Über Almosen hinausgehen, um den Hunger zu beenden - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 7 - Die Zukunft Koreas und die Zukunft der Welt -



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Über Almosen hinausgehen, um den Hunger zu beenden


Um das Hungerproblem zu lösen, brauchen wir ein geduldiges Herz, das bereit ist, Samen zu pflanzen. Samen werden eingepflanzt und warten unbemerkt unter der Erde, bis sie fähig sind zu keimen und ihre äußere Schale aufzubrechen. In ähnlicher Weise ist es langfristig besser, einer Person zu zeigen, wie sie Weizen anbauen, ernten und dann zu Brot verarbeiten kann, als bloß jemandem, der gerade am Sterben ist, ein Stück Brot zu geben. Ersteres mag schwieriger sein und nicht so viel öffentliche Anerkennung bringen, aber es ist der einzige Weg, um eine grundlegende und nachhaltige Lösung für den Welthunger zu schaffen. Wir müssen jetzt damit beginnen, das Klima, den Boden und den Charakter der Menschen zu studieren, die in Gebieten leben, wo sie unter Hunger leiden.


In Afrika gibt es eine besondere Baumart, genannt Moringa (Meerrettichbaum). Die Leute im Kongo geben ihren Kindern die Blätter dieses Baumes, die sehr nahrhaft sind, als Nahrungsergänzung zu essen. Sie mästen damit auch ihr Vieh, bevor sie es zum Markt bringen. Sie zerstampfen die Blätter mit einem Mühlstein, geben etwas Öl dazu und braten sie in einem Teig, um sie selbst zu essen. Es wäre vielleicht eine gute Idee, viele Moringabäume zu pflanzen und aus dem ganzen Baum Mehl zu machen, nachdem man die giftigen Wurzeln weggeworfen hat. Das Mehl könnte man zum Brotbacken benutzen. Viele Länder könnten diesem Beispiel folgen und Moringabäume anpflanzen. Auch die Jerusalem- Artischocken (Topinambur), die wie Süßkartoffeln aussehen, wachsen sehr schnell, wenn man sie einmal in die Erde gepflanzt hat. Die Menge, die dann geerntet werden kann, ist dreimal so groß wie bei anderen Hungerhilfe-Pflanzen. Der Anbau großer Mengen von Jerusalem-Artischocken kann ein weiterer Beitrag sein, um das Hungerproblem zu lösen.


In Jardim benutzt man in der Landwirtschaft einen großen Regenwurm, der die Erde fruchtbarer macht. Diesen Regenwurm gibt es nur in Südamerika, aber vielleicht kann man seine Lebensbedingungen untersuchen und ihn dann auch in anderen Gebieten für die Landwirtschaft einsetzen. Koreaner sind in der Mato-Grosso-Region damit beschäftigt, die Seidenraupen zu studieren. Wenn die Zucht von Seidenraupen dort erfolgreich ist, dann wird es möglich sein, billig Seide herzustellen, sie zu verkaufen und davon Lebensmittel zu erwerben.

Es gibt keine kurzfristige Lösung für das Problem des Welthungers. Die Menschen in den einzelnen Ländern haben unterschiedliche Vorlieben für Essen und verschiedene Gewohnheiten. Auch sind Pflanzen und Tiere verschieden. Ein wichtiger Punkt ist Anteilnahme für unsere Nachbarn. Zuerst ist es wichtig, unser Herz zu entwickeln, so dass wir, während wir essen und unsere Bäuche füllen, an die Menschen denken, die Hunger leiden, und überlegen, wie wir ihnen helfen können. Wahrer Frieden wird nicht entstehen, solange die Menschheit das Hungerproblem nicht gelöst hat. Wenn die Person neben mir wegen Hunger am Sterben ist, ist Frieden nur ein leeres Wort.

Fertigkeiten zu lehren, die notwendig sind, um bei der Nahrungsmittelproduktion die Selbstversorgung zu gewährleisten, ist genauso wichtig wie die direkte Verteilung von Nahrungsmitteln an Bedürftige. Um den Menschen solche Fertigkeiten beizubringen, müssen wir in entlegenen Gebieten Schulen zur Bekämpfung des Analphabetismus errichten. Auch müssen technische Schulen errichtet werden, um den Menschen die Fähigkeit zu vermitteln, sich selbst zu versorgen. Die westlichen Leute, die Afrika und Südamerika eroberten, haben den Menschen, die bereits dort lebten, nicht genügend Technologien zur Verfügung gestellt. Sie haben die Leute nur als Arbeitskräfte benutzt, da sie nur darauf aus waren, die Bodenschätze der Erde auszubeuten und wegzuschaffen. Sie haben den Menschen nicht beigebracht, wie man Landwirtschaft betreibt oder eine Fabrik aufbaut. Das war nicht richtig. Unsere Kirche hat seit den Anfangsphasen der Auslandsmission Schulen in Ländern wie dem Kongo aufgebaut, um Landwirtschaft und industrielle Technologien zu unterrichten.

Es gibt ein weiteres Problem, mit dem Menschen, die Hunger leiden, konfrontiert sind. Wenn sie krank werden, können sie sich keine ordentliche medizinische Behandlung leisten. Im Gegensatz dazu werden in den wirtschaftlich entwickelten Ländern auf der anderen Seite der Erde übermäßig viele Medikamente konsumiert. Aber Menschen, die Hunger leiden, sterben oft, weil sie sich die einfachsten Mittel gegen Durchfall nicht leisten können. Deshalb müssen wir neben unserem Bemühen, den Hunger zu beseitigen, auch gute medizinische Versorgung anbieten. Wir müssen Krankenhäuser errichten und uns um die chronisch Kranken kümmern.

Zum Beispiel habe ich in Brasilien, in der Region von Jardim, Krankenwagen und medizinische Geräte für über 30 um die New Hope-Farmen herum befindliche kleine Städte gespendet. Ich habe die New Hope-Farm als ein Modell errichtet, um den Menschen zu zeigen, wie sie in Frieden zusammenleben können. Wir pflügten eine große Fläche Land und machten es für die Landwirtschaft nutzbar. Auch gibt es in den höheren Lagen eine Rinderfarm. Die New Hope-Farmen befinden sich in Brasilien, aber sie gehören nicht nur dem brasilianischem Volk. Jeder, der hungrig ist, kann auf eine New Hope-Farm gehen, dort arbeiten und Essen bekommen. Um die 2.000 Menschen aus der ganzen Welt und von den verschiedensten Rassen können dort jederzeit essen und wohnen. Wir werden dort Schulen, von der Grundschule bis zur Universität, errichten. Den Menschen dort wird beigebracht, wie sie Landwirtschaft und Rinderzucht betreiben können. Wir werden auch zeigen, wie man Bäume pflanzt und sie großzieht und wie man Fische fängt, sie verarbeitet und dann verkauft. Wir haben nicht nur eine Farm. Wir nutzen die zahlreichen Seen in der Nähe des Flusses, um Fischzucht zu betreiben und Fischgründe zu schaffen.

Die Chaco-Region in Paraguay umfasst 60 Prozent der Fläche des Landes, aber sie ist ein vernachlässigtes Land. Die Chaco-Region entstand, als das Meer anstieg und das Land bedeckte. Sogar heute noch stößt man auf salziges Wasser, wenn man im Boden gräbt. Ich war schon über 70 Jahre alt, als ich das erste Mal nach Paraguay kam. Das Leben der Leute in dieser lange vernachlässigten Region war unvorstellbar ärmlich. Ich fühlte einen großen Schmerz in meinem Herzen, als ich das sah. Ich wollte ihnen ernsthaft helfen, aber sie waren nicht bereit, mich als eine Person mit einer anderen Hautfarbe und Sprache zu akzeptieren. Doch ich gab nicht auf. Ich verbrachte drei Monate am Paraguay-Fluss und aß und schlief mit den Leuten aus der Region. Im Alter von über 70 Jahren widmete ich mich einer Aufgabe, die andere für unmöglich hielten. Den Leuten, die ich traf, brachte ich mein Wissen über das Fischen bei und sie lehrten mich ihre Sprache. Drei Monate lang waren wir so zusammen auf dem Boot und wurden Freunde.

Sobald sich ihre Herzen öffneten, sprach ich immer wieder zu ihnen darüber, warum die Welt eins werden muss. Zuerst reagierten sie mit Gleichgültigkeit. Doch Jahr für Jahr änderten sie sich mehr. Nach zehn Jahren hatten sie sich so verändert, dass sie mit großer Begeisterung ein globales Friedensfestival veranstalteten.

Wenn man das Nahrungsproblem löst, dann bedeutet es nicht, dass danach sofort der Frieden kommt. Nach der Beseitigung des Hungers ist es wichtig, Erziehungsprogramme über Frieden und Liebe durchzuführen. Ich habe in Orten wie Jardim und im Chaco Schulen errichtet. Zuerst schickten die Leute ihre Kinder nicht zur Schule, sondern sie mussten bei der Viehzucht helfen. Wir mussten hart arbeiten, um sie zu überzeugen, dass die Kinder und Jugendlichen Bildung brauchen. Als Resultat haben wir jetzt viele Schüler. Wir errichteten eine Fabrik für Leichtindustrie, wo sie Produkte mit Hilfe von einfachen Technologien herstellen konnten. Auf diese Weise entwickelten die Schüler größeres Interesse an der Schule, damit sie dann in der Fabrik arbeiten konnten.

Wir sind alle verantwortlich für die Menschen auf der Welt, die vor Hunger sterben. Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um ihnen zu helfen. Wir brauchen ein starkes Gefühl von Verantwortung und müssen einen Weg finden, damit sie ernährt und gerettet werden können. Die Menschen, denen es gut geht, sollten ein klein wenig von ihrer Position herunterkommen und denen helfen, die arm sind, um eine Welt zu schaffen, in der es allen gut geht.




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