Alles, was wir haben, ist nur vom Himmel geborgt - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 8 - Eine neue Vision für die Jugend -



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Alles, was wir haben, ist nur vom Himmel geborgt


Manche Leute sagen, ich sei einer der reichsten Männer der Welt, aber sie wissen nicht, worüber sie sprechen. Ich habe mein ganzes Leben lang hart gearbeitet, aber ich besitze nicht einmal ein einziges Haus, das auf meinen Namen eingetragen ist. Alles ist für die Allgemeinheit. Nahezu jeder Erwachsene in Korea hat seinen eigenen offiziellen Stempel, den er bei der Regierung eintragen lässt und zum Unterzeichnen von rechtlichen Dokumenten verwendet. Ich habe keinen solchen Stempel.


Möglicherweise wundern Sie sich, welchen Gewinn ich durch meine harte Arbeit und den Verzicht auf Schlaf und Essen erhalten habe, während andere aßen und schliefen. Ich habe nie gearbeitet, um reich zu werden. Geld hat für mich keine Bedeutung. Alles Geld, das nicht zum Nutzen für die Menschheit ausgegeben wird oder für meinen Nachbarn, der in Armut stirbt, ist nichts als ein Stück Papier. Geld, das durch harte Arbeit verdient wurde, sollte immer dazu benutzt werden, die Welt zu lieben und Projekte zum Nutzen für die Welt ins Leben zu rufen.


Wenn ich Missionare nach Übersee aussende, gebe ich ihnen nicht viel Geld mit. Doch sie überleben, wo immer sie auch hingehen. Für unseren eigenen Unterhalt brauchen wir nur wenig. Wenn wir einen Schlafsack haben, dann reicht das für uns, um überall schlafen zu können. Es ist nicht so wichtig, wie wir äußerlich leben, sondern welche Art von Leben wir führen. Materieller Überfluss ist keine Voraussetzung für Glück. Es macht mich traurig, dass der Begriff „gut leben” im Sinne von materiellem Überfluss definiert wird. Gut zu leben bedeutet, ein sinnvolles Leben zu führen. Ich trage nur im Gottesdienst oder bei besonderen Ereignissen eine Krawatte.

Ich trage auch nicht oft einen Anzug. Im Allgemeinen trage ich einen Pullover, wenn ich zuhause bin. Manchmal stelle ich mir vor, wie viel Geld in der westlichen Gesellschaft für Krawatten ausgegeben wird. Krawattennadeln, Smokinghemden und Manschettenknöpfe sind sehr teuer. Wenn man keine Krawatten mehr kaufen und stattdessen das Geld für seine hungernden Nachbarn ausgeben würde, dann könnte die Welt ein klein wenig besser sein. Teure Sachen sind nicht notwendigerweise am besten. Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn dieses Gebäude in Flammen stünde. Wer wäre am schnellsten draußen: ich in meinem Pulli oder einer, der eine Krawatte trägt? Ich bin immer bereit, hinauszugehen.

Einige Leute mögen denken, dass ich es mit der Einsparung von Energie und Wasser übertreibe. Ich bin nicht dafür, täglich ein Bad zu nehmen. Einmal alle drei Tage ist genug. Ich wasche auch meine Socken nicht jeden Tag. Am Abend ziehe ich meine Socken aus und stecke sie in meine Hosentasche, damit ich sie am nächsten Tag wieder anziehen kann. Wenn ich in einem Hotel bin, benutze ich nur das kleinste Handtuch, das im Bad hängt. Ich spüle die Toilette erst, wenn ich dreimal uriniert habe. Ich nehme nur ein Toilettenpapier und falte es dreimal in der Mitte zusammen. Es macht mir nichts aus, wenn Sie mich deshalb als unzivilisiert oder barbarisch bezeichnen.

Auch beim Essen habe ich den Wunsch zu sparen. Ich habe kein Interesse an üppigen Mahlzeiten. Vor mir mögen alle Arten von exotischen Früchten und verschiedene Nachspeisen stehen, aber sie interessieren mich nicht. Ich fülle meine Reisschale nicht ganz voll, mir reicht es, wenn sie drei Fünftel gefüllt ist.

Die Schuhe, die ich in Korea bevorzuge, kosten 49.000 Won (etwa 33 Euro) in großen Discountläden. Die Hosen, die ich täglich trage, sind schon mehr als fünf Jahre alt. Das Essen, an dem ich in Amerika die meiste Freude habe, gibt es bei McDonalds. Einige Leute nennen das Junk-Food und essen es nicht, aber ich esse aus zwei Gründen gern bei McDonalds. Es ist billig und man spart Zeit. Wenn ich die Kinder zum Essen ausführe, dann gehen wir oft zu McDonalds. Ich weiß nicht, wie es bekannt geworden ist, dass ich oft zu McDonalds gehe, aber jetzt schickt mir der Vorstandsvorsitzende der McDonalds Corporation jedes Jahr eine Neujahrskarte.

Die Botschaft, die ich unseren Mitgliedern jedes Jahr sage, ist: „Gebt Geld mit Bedacht aus und seid in allem sparsam.“ Ich sage ihnen das nicht, damit sie Geld sparen und dadurch reich werden. Ich möchte, dass sie ein Bewusstsein der Nachhaltigkeit haben, um dem Land zu helfen und die Menschheit zu retten. Wir können nichts mitnehmen, wenn wir diese Welt verlassen. Jeder weiß das und aus irgendeinem Grund sind die Leute dennoch darauf versessen, so viel wie nur möglich in ihre Hände zu bekommen. Bevor ich diese Welt verlasse, will ich alles weggeben, was ich in meinem Leben aufgebaut habe. Das himmlische Königreich hat viele Schätze und man braucht nichts aus dieser Welt dorthin mitzunehmen. Wenn wir verstehen, dass wir an einen Ort gehen, der besser ist als der, wo wir jetzt leben, dann brauchen wir an den Dingen dieser Welt nicht zu hängen.

Es gibt ein Lied, das ich immer gern gesungen habe. Es ist ein altes Volkslied, das viele Koreaner kennen. Immer, wenn ich dieses Lied singe, beruhigt sich mein Herz und Tränen treten in meine Augen. Es erinnert mich an meine Kindheit, als ich mich gern auf die Wiesen in der Nähe meines Elternhauses legte.

„Du magst mir eine Krone aus Platin und Juwelen versprechen, aber ein Hemd, das nach Schmutz riecht und vor Schweiß trieft, ist mehr wert. Ein reines Herz schlägt in meiner Brust. Ich kann eine Flöte aus Weidenblättern machen und die Spatzen pfeifen meine Melodie mit mir. Du magst mir so viel Gold versprechen, um die ganze Welt zu kaufen, aber ein Ochse, der den Pflug in einem Gerstenfeld zieht, ist mehr wert. Die Knospen der Hoffnung sprießen in meiner Brust, ich kann frei mit den Kaninchen sprechen und die Tage vergehen, während ich meine Melodie spiele.“

Das Glück wartet immer auf uns. Der Grund, warum wir kein Glück finden, liegt daran, dass unser Verlangen den Weg dorthin blockiert. Solange unsere Augen auf unser Verlangen gerichtet sind, können sie den Pfad, dem wir folgen sollen, nicht sehen. Wir sind so sehr damit beschäftigt, kleine Goldstücke von der Erde um uns herum aufzulesen, dass wir den großen Haufen Gold, der ein wenig weiter weg auf dem Weg liegt, nicht sehen können. Wir sind so sehr damit beschäftigt, Sachen in unsere Taschen zu stopfen, dass wir die Löcher in diesen Taschen nicht bemerken. Ich habe nicht vergessen, wie es im Heungnam-Gefängnis war. Sogar der schlimmste Ort auf dieser Welt ist angenehmer und materiell reicher als das Heungnam-Gefängnis. Jedes Objekt gehört dem Himmel. Wir sind nur seine Verwalter.




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