Ein leidenschaftlicher Student - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 1 - Nahrung ist Liebe -



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Ein leidenschaftlicher Student


Als ich zehn Jahre alt wurde, schickte mich mein Vater in eine traditionelle Schule in unserem Dorf, wo ein alter Herr chinesische Literatur unterrichtete. Wir mussten jeden Tag den Inhalt eines Heftchens auswendig lernen. Das war alles. Ich konzentrierte mich und war mit dem Auswendiglernen in einer halben Stunde fertig. Wenn ich vor dem Lehrer stand und die Tageslektion aufsagen konnte, war ich für diesen Tag fertig. Wenn der Lehrer dann am frühen Nachmittag einnickte, verließ ich die Schule und streifte über die Hügel und durch die Wiesen. Je mehr Zeit ich in den Hügeln verbrachte, desto besser wusste ich, wo man essbare Pflanzen finden konnte. Schließlich fand ich genug davon und aß mich satt, so dass ich kein Mittagessen mehr brauchte, und ich hörte auf, mittags daheim zu essen.


In der Schule lasen wir die Lehrgespräche des Konfuzius und die Werke von Menzius und lernten die chinesischen Zeichen. Ich war im Schreiben besonders gut. Mit zwölf Jahren ließ mich der Lehrer die Schriftzeichen vorschreiben als Vorlagen, von denen die anderen Schüler lernten. Eigentlich wollte ich in eine Grundschule gehen, nicht in eine traditionelle Dorfschule. Ich spürte, ich sollte nicht nur Konfuzius und Menzius auswendig lernen, während andere Flugzeuge bauten. Das war im April und mein Vater hatte bereits für mich das Schulgeld für ein Jahr im Voraus bezahlt. Obwohl ich das wusste, beschloss ich, die Dorfschule zu verlassen. Ich bearbeitete meinen Vater, mich in eine Grundschule gehen zu lassen. Ich bearbeitete auch meinen Großvater und sogar meinen Onkel. Um in eine Grundschule zu wechseln, musste ich eine Prüfung machen. Zur Vorbereitung auf diese Prüfung musste ich eine Vorschule besuchen. Ich überredete einen meiner jüngeren Cousins dazu, mit mir zu gehen, und wir traten beide in die Wonbong-Privatschule ein, die uns auf die Aufnahmeprüfung an der Grundschule vorbereiten sollte.

Im darauf folgenden Jahr, als ich 14 Jahre alt war, schaffte ich die Prüfung und trat in die dritte Klasse der Osan-Schule ein. Ich hatte einen späten Start, aber ich lernte ernsthaft und konnte so die fünfte Klasse überspringen. Die Osan-Schule war acht Kilometer von zuhause entfernt. Aber ich versäumte keinen Tag und kam nie zu spät in die Schule. Immer wenn ich auf meinem Weg den Hügel hinaufstieg, wartete dort oben eine Gruppe von Schülern auf mich. Ich ging jedoch so schnell, dass sie es sehr schwer hatten, mit mir Schritt zu halten. So wanderte ich immer diesen Bergweg entlang, über den gemunkelt wurde, dass dort manchmal Tiger auftauchen würden.

Die Osan-Schule war eine nationalistische Schule, die von Yi Sung Hun, der in der Unabhängigkeitsbewegung aktiv war, gegründet worden war. Nicht nur, dass die japanische Sprache nicht unterrichtet wurde, den Studenten war es auch untersagt, Japanisch zu sprechen. Ich hatte eine andere Meinung darüber. Ich fühlte, wir sollten unseren Feind kennen, wenn wir ihn besiegen wollen. Ich machte eine andere weiterführende Prüfung und trat in die vierte Klasse der öffentlichen Allgemeinen Schule Jeongju ein. In den öffentlichen Schulen wurden alle Fächer in Japanisch unterrichtet. Die Nacht vor meinem ersten Schultag prägte ich mir Katakana und Hiragana ein (Katakana und Hiragana sind die zwei unterschiedlichen Formen der im Japanischen gebräuchlichen Silbenschrift). Ich konnte überhaupt kein Japanisch, darum nahm ich mir alle Schulbücher von der ersten bis zur vierten Klasse vor und lernte sie innerhalb von zwei Wochen auswendig. Dadurch begann ich die Sprache zu verstehen.

Als dann die Zeit für meinen Abschluss an der Allgemeinen Schule kam, konnte ich fließend Japanisch. Am Tag meiner Abschlussfeier meldete ich mich freiwillig, eine Rede vor der Versammlung aller wichtigen Leute in Jeongju zu halten. Normalerweise wird in dieser Situation von einem Schüler erwartet, dass er den Lehrern und der Schule gegenüber seine Dankbarkeit für die erhaltene Unterstützung zum Ausdruck bringt. Stattdessen erwähnte ich namentlich jeden einzelnen Lehrer und kritisierte sie. Ich zeigte die Probleme der Schulleitung auf. Ich sprach auch über unsere Zeit innerhalb der Geschichte und über die Entschlossenheit, die Menschen in verantwortungsvollen Positionen haben sollten. Ich gab diese ziemlich kritische Rede ganz in Japanisch.

„Die Japaner sollten so bald wie möglich ihre Koffer packen und zurück nach Japan gehen“, sagte ich. „Dieses Land wurde von unseren Vorfahren an uns weitergegeben. Alle kommenden Generationen unseres Volkes müssen hier leben.“ Ich sagte solche Dinge vor dem Polizeichef, vor dem Landrat und vor dem Bürgermeister. Ich sprach ganz im Geiste meines Großonkels Yoon Guk Moon über Dinge, die niemand sonst zu sagen wagte. Die Zuhörer waren schockiert. Als ich die Bühne verließ, konnte ich erkennen, dass die Gesichter der Menschen blass geworden waren.

An diesem Tag geschah mir nichts, aber später gab es Probleme. Von dem Tag an stufte mich die japanische Polizei als eine Person ein, die man beobachten musste, und sie begannen damit, mich zu überwachen und mich zu belästigen. Als ich später versuchte, für ein Studium nach Japan zu gehen, lehnte der Polizeichef es ab, seinen Stempel auf ein Formular zu setzen, das ich brauchte. Das bereitete mir einige Schwierigkeiten. Er betrachtete mich als eine gefährliche Person, der es nicht erlaubt werden sollte, nach Japan zu reisen, und weigerte sich, das Formular abzustempeln. Ich hatte einen großen Streit mit ihm, aber schließlich überzeugte ich ihn, mein Formular doch noch abzustempeln. Erst dann konnte ich nach Japan gehen.



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