Die Macht des Tanzes bewegt die Welt - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 4 - Beginn unserer weltweiten Mission -



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Die Macht des Tanzes bewegt die Welt


Wir waren keine reiche Kirche. Wir waren eine arme Kirche, die von Leuten gegründet worden war, die nicht einmal richtig satt werden konnten, weil sie nicht genug zu essen hatten. Es gab keine schönen Gebäude, wie andere Kirchen sie hatten. Wir aßen Gerste, wenn andere Reis hatten, und wir sparten jeden kleinen Geldbetrag. Dann teilten wir das Geld mit Leuten, die noch ärmer waren als wir. Unsere Missionare schliefen in ungeheizten Räumen und legten ihre Schlafdecken auf den nackten Zementboden. Bei vielen Mahlzeiten kam es häufig vor, dass sie ihren Hunger nur mit ein paar gekochten Kartoffeln stillen konnten. Auf jeden Fall taten wir unser Bestes, um kein Geld für uns selbst zu verbrauchen.


1963 benutzten wir das Geld, das wir auf diese Weise gespart hatten, um 17 Kinder auszuwählen und mit ihnen eine Kindertanzgruppe mit dem Namen Little Angels (Kleine Engel) aufzubauen. In jener Zeit gab es in Korea nur sehr wenige Kulturveranstaltungen. Wir hatten nichts, was wir selbst anschauen und dessen wir uns erfreuen konnten, geschweige denn irgendwelche Vorführungen, die wir Menschen aus anderen Ländern zeigen konnten. Jeder war zu sehr damit beschäftigt zu überleben, so dass keiner daran dachte, wie koreanische Tänze aussahen, oder dass wir ein 5000-jähriges kulturelles Erbe besaßen.


Ich hatte den Plan, diesen 17 Kindern das Tanzen beibringen zu lassen und sie dann hinaus in die Welt zu schicken. Viele Ausländer wussten über Korea nur, dass es ein armes Land war, in dem ein schrecklicher Krieg stattgefunden hatte. Ich wollte ihnen die wunderschönen Tänze Koreas zeigen, damit sie verstehen würden, dass das koreanische Volk eine reiche Kultur besitzt. Und wenn wir noch so sehr darauf beharrten, dass wir ein Volk mit einer 5000-jährigen kulturellen Tradition sind, niemand würde uns glauben, wenn wir ihnen nichts zeigen konnten.

Unsere Tänze – mit Tänzerinnen, die wunderschöne, bodenlange Hanboks (traditionelle koreanische Kleider für Frauen) tragen und sich sanft im Kreis drehen – sind ein wunderbares kulturelles Erbe, das den westlichen Menschen eine ganz neue Erfahrung bieten kann. Denn sie sind hauptsächlich daran gewöhnt, Tänzerinnen und Tänzer mit entblößten Beinen herumspringen zu sehen. Unsere Tänze sind erfüllt von der schmerzvollen Geschichte des koreanischen Volkes. Die Bewegungen in koreanischen Tänzen – bei denen die Tänzerinnen ihre Köpfe leicht zur Seite neigen und sich vorsichtig bewegen, als ob sie keine unangemessene Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollten – wurden von Koreanern kreiert, deren 5000-jährige Geschichte mit Leid erfüllt war.

Wenn die Tänzerin einen Fuß hebt, der in einem weißen Beo-seon steckt, einer traditionellen koreanischen Socke, und einen Schritt nach vorne macht, dreht sie leicht ihren Kopf und hebt ihre Hand. Während ich das anschaue, scheint die sanfte Feinheit ihrer Bewegungen alle Sorgen und Frustrationen in meinem Herzen hinwegzuschmelzen. Es wird nicht versucht, die Zuschauer mit lauter Stimme und vielen Worten zu beeindrucken. Stattdessen berührt jede Tanzbewegung, die mit größter Leichtigkeit und Feinheit ausgeführt wird, die Herzen des Publikums. Das ist die Macht der Kunst. Sie schafft die Möglichkeit, dass Menschen, die die Sprache des anderen nicht verstehen, miteinander kommunizieren können. Sie vermag es, dass Menschen, die die Geschichte des anderen nicht kennen, das Herz des anderen verstehen.

Insbesondere der unschuldige Gesichtsausdruck und das strahlende Lächeln der Kinder würden sicherlich das düstere Bild eines Landes völlig wegwischen, das gerade einen Krieg erlebt hatte. Ich gründete diese Tanzgruppe, um die Tänze unserer 5000-jährigen Geschichte den Menschen in den Vereinigten Staaten, dem zu jener Zeit fortschrittlichsten Land, vorzustellen.

Doch die Gesellschaft um uns herum überhäufte uns mit Kritik. Bevor sie überhaupt die Little Angels tanzen gesehen hatten, begannen sie zu kritisieren. „Die Frauen in der Vereinigungskirche tanzen Tag und Nacht und jetzt sieht es so aus, als ob sie Kinder geboren haben, die auch nur tanzen“, lautete ihre ungeheuerliche Kritik.

Keines von diesen Gerüchten konnte jedoch meine Entschlossenheit erschüttern. Ich war mir meiner Sache sicher und wollte der Welt zeigen, wie koreanische Tänze aussehen. Ich wollte, dass die Leute, die uns beschuldigt hatten, nackt zu tanzen, nun die wunderschönen, sanften Bewegungen der Tänzerinnen sehen, wie sie sich in ihren Beoseon-Socken leichtfüßig bewegen. Dies sind keine wilden, verdrehten Tänze ohne einen Rhythmus. Es sind sanfte Tänze, gezeigt von unschuldigen Tänzerinnen, die in den traditionellen Gewändern unseres Landes gekleidet sind.




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