Die Lösung für Armut und Hunger - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 7 - Die Zukunft Koreas und die Zukunft der Welt -



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Die Lösung für Armut und Hunger


Wer niemals hungrig war, kann Gott nicht verstehen. Wenn man hungrig ist, ist das gleichzeitig eine Chance, um ganz nahe bei Gott zu sein. Wenn man hungrig und dennoch fähig ist, jede herannahende Person in Demut zu betrachten, als ob sie ein nahes Mitglied der Familie wäre, dem man helfen möchte, dann ist es wahrscheinlicher, dass man etwas zu essen bekommt. In einer solchen Situation ist es wichtig, ein mitfühlendes, gütiges Herz zu bewahren.


Hunger ist kein Problem, das es nur in unterentwickelten Gebieten der Welt gibt. Sogar in den Vereinigten Staaten, die einen der höchsten Lebensstandards genießen, gibt es Millionen von Menschen, die unterernährt und hungrig sind. Als ich in die Vereinigten Staaten kam, war eines meiner ersten Projekte, Lastwagen zu kaufen und damit Lebensmittel an die Armen zu verteilen.


Die Situation in armen Ländern ist noch viel schlimmer. Wenn ich mir die Weltsituation ansehe, dann fühle ich, dass die Bereitstellung von Lebensmitteln das dringendste Problem ist. Die Lebensmittelkrise zu lösen, kann keinen Augenblick lang aufgeschoben werden. Selbst jetzt sterben pro Tag etwa 20.000 Menschen auf der Welt aus Gründen, die mit Hunger zusammenhängen. Wir können es uns nicht leisten, gleichgültig zu sein, nur weil wir und unsere direkte Familie nicht an Hunger leiden.

Doch einfach nur Lebensmittel zu verteilen, wird das Hungerproblem nicht lösen. Eine fundamentalere Vorgehensweise ist für die Lösung dieses Problems notwendig. Ich ziehe zwei grundlegende, konkrete Methoden in Betracht. Die erste ist, genügend Lebensmittelvorräte zu einem niedrigen Preis zur Verfügung zu stellen, und die zweite ist, Technologien bereitzustellen, die den Menschen die Möglichkeit bieten, selbst den Hunger zu überwinden.

Das Thema Nahrungsmittel wird für die Menschheit in der Zukunft ein sehr ernsthaftes Problem werden. Wir können keine Welt des Friedens schaffen, ohne vorher das Nahrungsproblem gelöst zu haben. Ein ausreichendes Nahrungsmittelangebot für die gesamte Weltbevölkerung kann nicht auf der begrenzten Landfläche produziert werden, die gegenwärtig zur Verfügung steht. Wir müssen uns die Ozeane ansehen, um eine Lösung zu finden. Die Ozeane sind der Schlüssel, um die Nahrungsmittelkrisen der Zukunft zu bewältigen. Das ist der Grund, warum ich in den letzten Jahrzehnten auf den Ozeanen Pionierarbeit geleistet habe.

In Alaska wird Seelachs, der kleiner als 38 Zentimeter ist, als Dünger verwendet. Er würde eine wunderbare Mahlzeit ergeben, aber die Leute wissen nicht, wie man ihn zubereitet, deshalb wird er zu Dünger verarbeitet. Noch bis vor 20 oder 30 Jahren konnten wir westliche Länder fragen, ob sie uns den Schwanz vom Ochsen geben würden, und sie gaben ihn uns umsonst. Koreaner lieben Speisen, die mit Knochen oder sogar Eingeweiden von Kühen zubereitet wurden, aber manche Menschen in der westlichen Welt wissen nicht, dass so etwas zum menschlichen Verzehr geeignet ist.

Das Gleiche gilt für Fisch. Ungefähr 20 Prozent des Fischfangs auf der Welt wird routinemäßig weggeworfen. Wenn ich das sehe, dann muss ich an die Menschen denken, die wegen Hunger sterben, und das tut mir weh. Fisch ist eine zuverlässigere Quelle für Protein als Rindfleisch. Wie schön wäre es, wenn wir Fischkuchen oder Fischwürstchen herstellen würden, um sie an die Leute in armen Ländern zu verteilen!

Als mir diese Idee kam, begann ich sofort mit Projekten, um große Mengen von Fisch zu verarbeiten und zu lagern. Es nützt nichts, viele Fische zu fangen, wenn man sie nach dem Fang nicht richtig verarbeiten kann. Auch der beste Fisch kann nicht länger als acht Monate gut gelagert werden. Selbst wenn man ihn einfriert und in Gefrierschränken lagert, dringt Luft durch Risse im Eis ein und Wasser entweicht. Man könnte Wasser über die Fische gießen und sie wieder einfrieren, aber bis zu diesem Zeitpunkt ist der beste Geschmack bereits verflogen und der Fisch könnte genauso gut weggeworfen werden.

Wir haben Fische, die weggeworfen werden sollten, gesammelt und untersucht, wie man sie zu Fischmehl verarbeiten kann. Wir haben versucht, etwas zu tun, was nicht einmal fortschrittliche Länder wie Frankreich und Deutschland gemacht haben. Fisch, der zu Mehl verarbeitet wurde, könnte leicht transportiert und gelagert werden, sogar in heißem und feuchtem Klima. Fischmehl besteht zu 98 Prozent aus Protein und gehört damit zu den Nahrungsprodukten mit dem höchsten Proteingehalt. Deswegen ist es gut dafür geeignet, Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. Man könnte Fischmehl auch verwenden, um Brot zu backen. Wir sind noch dabei, Wege zu finden, wie man es den armen Ländern der Welt zur Verfügung stellen kann.

Die Ozeane bieten einen grenzenlosen Nahrungsmittelvorrat, doch die beste Methode, um die Menschheit vor einer Ernährungskrise zu schützen, ist die Fischzucht. Ich kann mir vorstellen, dass es bald Gebäude geben wird, ähnlich wie Wolkenkratzer, die wir heutzutage in unseren Städten haben, die der Fischzucht dienen werden. Durch die Verwendung von Wasserleitungssystemen können wir Fischzucht in hohen Gebäuden oder sogar auf Bergen betreiben. Durch Fischzucht können wir mehr Nahrung als nötig für die ganze Weltbevölkerung produzieren.

Der Ozean ist ein Segen, den Gott uns gegeben hat. Wenn ich auf das Meer hinausfahre, dann bin ich vollkommen aufs Fischen konzentriert. Ich habe in den verschiedensten Ländern alle Arten von Fischen gefangen. Ein Grund, warum ich fische, ist, den Leuten, die nicht fischen können, zu zeigen, wie es geht. In Südamerika habe ich mehrere Monate damit verbracht, den einheimischen Leuten meine Fischfangmethoden zu zeigen. Ich habe verhedderte Fischnetze selbst hereingeholt und drei bis vier Stunden damit verbracht, ihnen zu zeigen, wie man sie wieder entwirrt.

Um eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung zu einem niedrigen Preis zu sichern, müssen die Menschen die Ozeane nutzbar machen. Sie und das riesige Grasland, das sich noch in seinem prähistorischen Zustand befindet, sind unsere letzten Vorratskammern gefüllt mit Reichtümern. Doch diese Aufgabe wird nicht einfach werden. Es wird notwendig sein, an Plätze zu gehen, die so heiß und feucht sind, dass jede Bewegung und engagierte, harte Arbeit sehr schwer sein werden. Das Grasland in tropischen Regionen zu entwickeln, wird nicht ohne eine leidenschaftliche, hingebungsvolle Liebe für die Menschheit möglich sein.

Jardim in Brasilien ist so ein Platz. Es ist eine recht schwierige Gegend zum Leben. Das Wetter ist heiß und Insekten, die noch nicht einmal einen Namen haben, beißen unaufhörlich. Ich habe in dieser Gegend gelebt und mit den verschiedensten Kreaturen Freundschaft geschlossen. Ich bin barfuß herumgelaufen, habe die rote Erde von Jardim unter meinen Füßen gespürt und ausgesehen wie ein ärmlicher Bauer. Wenn ich am Fluss zum Fischen ging, sah ich aus wie einer von den einheimischen Fischerleuten.

Nur wenn einen die einheimischen Leute anschauen und sagen: „Du bist wirklich ein Bauer“, oder: „Du bist wirklich ein Fischer“, dann ist man qualifiziert, in ihre Geheimnisse eingeweiht zu werden und sein eigenes Wissen mit ihnen zu teilen. So etwas kann man nicht erreichen, wenn man in der Nacht acht Stunden Schlaf in einem sauberen, komfortablen Bett und drei reichliche Mahlzeiten am Tag braucht und im Schatten eines Baumes ein Nickerchen machen möchte.

Als wir ein Projekt in Paraguay entwickelten, lebte ich mit einer Gruppe unserer Mitglieder in einer kleinen Hütte in Olimpo in der Nähe des Paraguay-Flusses. Es gab nur eine Toilette und jeden Morgen mussten wir sie nacheinander benutzen. Ich stand jeden Morgen um drei Uhr auf, machte einige körperliche Übungen und ging dann fischen. Deshalb sind die Mitglieder, die bei mir waren, durch eine sehr schwere Zeit gegangen. Sie waren nicht gewohnt, schon früh am Morgen, bevor sie richtig wach waren, Fischköder zurechtzuschneiden.

Um zum Anlegeplatz zu kommen, mussten wir etliche fremde Grundstücke überqueren. Es war in der Finsternis schwierig, die Tore zu diesen Grundstücken aufzuschließen. Eines Morgens, als die Mitglieder an einem Schloss herumhantierten und es nicht öffnen konnten, rief ich: „Was macht ihr da?!“ Ich schrie so laut und heftig, dass ich selbst überrascht darüber war. Ich bin mir sicher, dass es sehr schwer für sie gewesen sein muss. Aber ich fühle, dass ich es mir nicht leisten kann, auch nur eine Sekunde zu verschwenden. Ich habe keine Zeit, untätig herumzustehen. Ich habe eine lange Liste vor Augen von dem, was ich noch tun muss, bevor Weltfrieden möglich ist. Deshalb ist mein Herz immer in Eile.

Als ich dort auf dem Fluss vor Sonnenaufgang fischte, schwärmten Moskitos wie dunkle Wolken umher. Ihre Stacheln waren so spitz, dass sie durch die Jeanshosen einfach hindurchstechen konnten. In der Dunkelheit vor dem Sonnenaufgang konnten wir die Schwimmer an unseren Angelschnüren nicht erkennen, deshalb mussten wir sie mit weißen Plastiktüten versehen. Ich konnte nicht warten, bis die Sonne aufging. Ich war zu sehr in Eile.

Ich vermisse Jardim noch immer. Ich vermisse alles dort. Wenn ich die Augen schließe, kann ich noch immer die Hitze der Luft von Jardim auf meinem Gesicht fühlen. Die kleinen Unannehmlichkeiten für meinen Körper waren nicht von Bedeutung. Körperliches Leiden geht schnell vorbei. Wichtig ist, dass dieser Ort eines Tages eine bedeutende Rolle spielen kann, um der Welt zu helfen. In Jardim zu sein, machte mein Herz sehr glücklich.




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