„Weint nicht um mich, sondern um die Welt“ - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 4 - Beginn unserer weltweiten Mission -



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„Weint nicht um mich, sondern um die Welt“


Auf etwas Gutes folgt oft etwas Schlechtes. Einige Leute malten einen Schnauzbart auf Poster und Reklametafeln, auf denen mein Bild zu sehen war, und versuchten mich dadurch mit Hitler in Verbindung zu bringen. Sie bezeichneten mich als „antisemitisch“ und behaupteten, ich würde etwas lehren, was gegen die Juden sei. Schwierigkeiten gab es auch mit Christen. Als die Anzahl der jungen Menschen, die mir nachfolgten, und der Pastoren, die mehr über das Prinzip lernen wollten, wuchs, begannen auch die etablierten Kirchen Amerikas mich zu verfolgen. Und schließlich stellten sich die Linken in Amerika gegen mich, da ich Amerika aufrief, seine Verantwortung zu erfüllen und der weltweiten Ausbreitung des Kommunismus ein Ende zu setzen. Auch sie suchten nach Wegen, um meine Aktivitäten zu unterbinden.


Während unser Bekanntheitsgrad stieg, wurden gleichzeitig mehr und mehr Bedenken und Zweifel über mich verbreitet. Junge Leute, die durch meine Lehren inspiriert waren, hatten die Hochschule verlassen oder ihre Arbeit gekündigt, um im Land herumzureisen und meine Lehren zu verbreiten und Gelder für unsere Arbeit zu sammeln. Verständlicherweise waren ihre Eltern über ihr Wohlergehen besorgt.


Als die Vereinigten Staaten mit der Watergate-Krise konfrontiert wurden, hatte ich ein Treffen mit Präsident Richard Nixon. Ich bat ihn dringend, für die Führung der Nation den Willen Gottes zu suchen. Ich machte einen Aufruf an das amerikanische Volk: „Vergebt, liebt und vereinigt euch“, um die Position des Präsidenten zu stärken. Das entfachte den Widerstand der linken Nachrichtenmedien. Dinge, die vorher nicht von Bedeutung gewesen waren, wurden mir plötzlich zur Last gelegt. Zur gleichen Zeit meinten die Konservativen, ich wäre zu liberal und meine Lehren würden die traditionellen Werte zerstören.

Viele Christen waren unglücklich über das neue Verständnis vom Kreuz, das ich lehrte: Jesus kam als Messias und es war nicht Gottes prädestinierter Wille, dass er gekreuzigt werden sollte. Durch die Hinrichtung von Jesus wurde Gottes Plan vom Friedensreich nicht verwirklicht. Wenn Israel Jesus als den Messias akzeptiert hätte, dann hätte er eine Welt des Friedens errichten und die Kulturen und Religionen von Ost und West vereinigen können. Doch Jesus starb am Kreuz und Gottes Werk der vollständigen Erlösung wurde bis zur Wiederkunft hinausgezögert. Dieses Verständnis vom Kreuz rief eine Menge Widerstand hervor. Die etablierten Kirchen und die jüdischen Gemeinden fingen an, mich als ihren Feind zu betrachten. Sie versuchten auf allen möglichen Wegen und aus unterschiedlichen Gründen, meine Ausweisung aus Amerika zu erwirken.

Schließlich wurde ich wieder einmal ins Gefängnis gebracht. Meine ganze Arbeit hatte den Zweck, die Moral in Amerika wiederherzustellen und das Land auf Gottes Willen auszurichten. Ich wurde jedoch wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Zu dieser Zeit hatte ich meinen 60. Geburtstag schon hinter mir gelassen.

Während der ersten drei Jahre, die ich in Amerika verbrachte, wurden die weltweiten Geldspenden auf ein Bankkonto in New York eingezahlt. Es lief unter meinem Namen, wurde aber nur für Kirchenzwecke benutzt. Diese Praxis war in vielen Religionsgemeinschaften so üblich. Die Gelder auf diesem Konto erbrachten Zinseinkünfte und ich wurde angeklagt, diese Zinsen nicht als Einkommen bei meiner persönlichen Steuererklärung für die Jahre 1973 bis 1975 angegeben zu haben. Die geschätzten Steuern für dieses Einkommen betrugen etwa 7.500 US-Dollar. Normalerweise wäre eine Geldstrafe verhängt worden, doch ich wurde vor Gericht gestellt, im Jahr 1982 verurteilt und schließlich am 20. Juli 1984 in das Federal Correction-Institution-Gefängnis von Danbury, Connecticut, eingewiesen.

Einen Tag, bevor ich ins Gefängnis von Danbury gehen musste, hielt ich eine Versammlung mit unseren Mitgliedern im Trainingszentrum von Belvedere in Tarrytown, New York, ab. Es war ein sehr emotionales Treffen. Tausende von Menschen, die mir nachfolgten, versammelten sich an diesem Tag in Belvedere, weinten und beteten für mich. Ich erhob meine Stimme und rief sie dazu auf, nicht den Mut zu verlieren.

Ich sagte ihnen: „Ich bin unschuldig, ich habe nichts Verbotenes getan. Ich sehe das strahlende Licht der Hoffnung, das nach Danbury aufsteigen wird. Weint nicht um mich, sondern weint um Amerika. Liebt Amerika und betet für Amerika.“

Ich stand vor diesen jungen Menschen, die in Traurigkeit versunken waren, und hob meine Hände als Zeichen der Hoffnung.

Die Erklärung, die ich vor meinem Eintritt ins Gefängnis machte, sorgte für viel Aufregung unter religiösen Menschen. Es wurde eine „Common Suffering Fellowship“ (Gemeinschaft von Leidensgenossen) gegründet und es gab eine Welle von Gebeten, um mich zu unterstützen. Diese Common Suffering Fellowship war wie die Grundströmung einer Unterstützung, an der sich Geistliche aller Konfessionen und von den verschiedensten Religionen beteiligten, denn sie waren alle besorgt über den Angriff auf die Religionsfreiheit in Amerika.

An dem Tag, als ich ins Gefängnis ging, fühlte ich keine Angst. Ich kannte das Leben in einem Gefängnis. Doch das war nicht der Fall mit den Menschen um mich herum. Sie waren besorgt darüber, dass einige meiner Gegner versuchen würden, mein Leben zu beenden. Ich machte mich erhobenen Hauptes auf den Weg ins Gefängnis.




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