„Umarmen Sie die Welt“ - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 8 - Eine neue Vision für die Jugend -



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Umarmen Sie die Welt


Sich ein Ziel für sein Leben zu setzen, ähnelt dem Pflanzen eines Baumes. Wer einen Jujube-Baum (chinesische Dattel) in seinem Vorgarten pflanzt, wird Datteln in seinem Haus haben. Wenn man Apfelbäume am Hang hinter dem Haus pflanzt, werden sie später Äpfel tragen. Machen Sie sich sorgfältig Gedanken über die Wahl Ihres Ziels und planen Sie, wo und wann Sie es verwirklichen wollen. Ihrer Wahl entsprechend können Sie ein Jujube-Baum in Seoul oder ein Apfelbaum in Afrika oder eine Palme in der Südsee werden. Das Ziel, das Sie anvisieren, wird in der Zukunft Früchte tragen. Denken Sie sorgfältig nach, wo der beste Ort ist, um Ihre Ziele zu verwirklichen, damit Sie die besten Früchte ernten.


Wenn Sie sich für ein Ziel entscheiden, dann beachten Sie dabei die gesamte Welt. Denken Sie an Afrika, das immer noch unter Armut und Krankheiten leidet. Denken Sie an Israel und Palästina, wo die Menschen noch immer Waffen aufeinander richten und sich wegen religiöser Angelegenheiten streiten. Denken Sie an Afghanistan, wo die Menschen mit dem Anbau von Schlafmohn, aus dem eine gefährliche Droge gewonnen wird, gerade so überleben. Denken Sie an die Vereinigten Staaten, wo extreme Gier und Selbstsucht zur globalen Wirtschaftskrise beigetragen haben. Denken Sie an Indonesien, Haiti und Chile, die von Erdbeben und Flutwellen heimgesucht wurden. Stellen Sie sich selbst in Bezug zu diesen Ländern und überlegen Sie, welches Land und welche Situation für Sie am geeignetsten wäre. Es könnte sein, dass Sie am meisten in Indien tun könnten, wo ein neuer religiöser Konflikt ausbrechen kann. Oder es könnte Ruanda sein, das unter Trockenheit und Hunger leidet.


Wenn man sich als Student ein Ziel vornimmt, sollte man nicht so töricht sein und meinen, dass kleine Länder wie Korea nicht angemessen wären. Es kommt darauf an, was man daraus macht. Es gibt kein Limit dafür, wie groß ein kleines Land werden kann. Seine nationalen Grenzen könnten sogar verschwinden. Ob Sie nun gute Arbeit auf dem großen afrikanischen Kontinent oder in dem kleinen Land Korea leisten, Ihr Ziel sollte nicht von der Größe eines Landes begrenzt sein. Setzen Sie Ihre Ziele so, dass Ihre Talente die größte Wirkung erzielen können.

Betrachten Sie die Welt als Ihre Bühne, wenn Sie entscheiden, was Sie in Ihrem Leben tun wollen. Wenn Sie so handeln, dann wird es gewiss sehr viel mehr für Sie zu tun geben, als Sie es sich anfänglich erträumen können. Sie haben nur ein einziges Leben, darum nutzen Sie es, um etwas zu tun, was die Welt braucht. Sie können keine verborgenen Schätze auf einer Insel finden, ohne ein Abenteuer zu bestehen. Bitte denken Sie weiter als nur an Ihr Land und denken Sie an die Welt als Ihre Bühne, wenn Sie sich Ziele setzen.

Während der 1980er Jahre habe ich viele koreanische Studenten nach Japan und in die Vereinigten Staaten geschickt. Ich wollte, dass sie Korea, wo damals fast täglich Tränengasgranaten abgefeuert wurden, verlassen und die größere und vielfältigere Welt kennen lernen. Ein Frosch, der am Grund eines Brunnens lebt, bemerkt nicht, dass es außerhalb des Brunnens eine größere Welt gibt.

Ich habe bereits global gedacht, bevor es dieses Wort in der koreanischen Sprache gab. Der Grund, warum ich zum Studium nach Japan ging, war, dass ich eine größere Welt kennen lernen wollte. Der Grund, warum ich noch vor der Befreiung Koreas plante, für die Mandschurische Elektrizitätsgesellschaft in Hailar, China, zu arbeiten und die chinesische, russische und mongolische Sprache zu lernen, war, mich zu befähigen, als ein Weltbürger zu leben. Auch heute reise ich noch mit dem Flugzeug an viele Orte auf der ganzen Welt. Würde man jeden Tag ein anderes Land bereisen, dann würde es über sechs Monate dauern, um alle zu besuchen.

Menschen leben in vielen Ländern unter unterschiedlichen Bedingungen. Es gibt Orte, an denen es kein Wasser gibt, um Reis zu kochen, während andere Orte zu viel Wasser haben. An einigen Orten gibt es keine Elektrizität, während andere Länder nicht die gesamte dort erzeugte Energie verbrauchen können. Es gibt viele Beispiele dafür, dass eine Sache an einem Ort fehlt, aber an einem anderen Ort im Überfluss vorhanden ist. Das Problem ist, dass sich nicht genug Leute darauf konzentrieren, die Verteilung ausgleichend zu steuern.

Ebenso verhält es sich mit den Rohstoffen. Einige Länder haben Kohle und Eisenerz im Überfluss auf großen Halden. Sie brauchen dazu nicht einmal in der Erde zu graben. Sie brauchen nur die Kohle und das Eisenerz von den leicht zugänglichen Halden abzubauen. Aber in Korea herrscht ein bedenklicher Mangel an Kohle- und Eisenerzreserven. Um Anthrazitkohle zu fördern, müssen wir unser Leben riskieren, weil wir Hunderte von Metern tief unter der Erde graben müssen.

In Afrika wachsen vielerorts Bananen ganz natürlich in großen Mengen. Sie könnten dazu beitragen, dass Menschen nicht hungern müssen. Aber es fehlt an Technologie und es mangelt an Zugang zu landwirtschaftlich nutzbarem Land. Deshalb werden nicht genug Bananenplantagen angelegt. Koreas Klima dagegen eignet sich nicht für den Anbau von Bananen und trotzdem bauen wir Bananen an. Koreas Technologie könnte sehr hilfreich zur Überwindung von Armut in Afrika sein. In ähnlicher Weise half südkoreanische Technologie beim Anbau von Mais, um den Hunger in Nordkorea zu lindern.

Der Begriff „global leader” (globaler Leiter) ist in Korea im Moment in Mode. Die Leute sagen, dass sie fließend Englisch sprechen und globale Leiter werden möchten. Ein globaler Leiter zu werden, ist aber nicht einfach davon abhängig, ob jemand fließend Englisch sprechen kann. Die Fähigkeit, in Englisch zu kommunizieren, ist nichts anderes als ein Werkzeug. Ein wahrer globaler Leiter ist jemand, der die Welt in seine Arme schließen kann. Ein Mensch, der kein Interesse an den Problemen der Welt hat, kann kein globaler Leiter werden, wie gut er auch in Englisch kommunizieren kann.

Damit jemand ein globaler Leiter sein kann, muss er über die Probleme der Welt nachdenken, als wären sie seine eigenen, und er braucht einen Pioniergeist, der Lösungen für schwierige Aufgaben finden kann. Ein Mensch, der an einem gesicherten und fixen Einkommen hängt oder nur von einer Rente nach seiner Pensionierung und einem angenehmen Familienleben träumt, kann kein globaler Leiter sein. Um ein globaler Leiter zu werden, muss man die ganze Welt als seine Heimat betrachten und die gesamte Menschheit als seine Brüder und Schwestern sehen. Und man darf sich nicht all zu viele Sorgen über die eigene Zukunft machen.

Was sind Geschwister? Warum hat Gott uns Brüder und Schwestern gegeben? Geschwister repräsentieren die Menschen auf der ganzen Welt. Die Erfahrung der Liebe zu unseren Geschwistern in der Familie lehrt uns, wie wir die Bürger in unserem Land und die Menschheit lieben können. Unsere Liebe für unsere Geschwister dehnt sich auf diese Weise aus. Die Familie, deren Mitglieder einander lieben, ist ein Modell dafür, wie die Menschheit in Harmonie miteinander leben kann. Liebe unter Geschwistern bedeutet, dass man bereit ist zu hungern, wenn es nötig ist, damit der Bruder oder die Schwester essen kann. Ein globaler Leiter ist jemand, der die Menschheit so liebt wie seine eigene Familie.

Es ist schon eine Weile her, seit wir den Begriff „global village” (globales Dorf) zum ersten Mal gehört haben. Aber schon immer war die Welt eine einzige Gemeinschaft. Wenn jemand das Ziel hat, die Universität abzuschließen, einen gut bezahlten Job bei einer Firma zu bekommen und ein gesichertes Leben zu führen, dann wird dieser Mensch sozusagen nur den Erfolg eines jungen Hundes haben. Aber wenn er sein Leben der Flüchtlingshilfe in Afrika widmet, wird er den Erfolg eines Löwen haben. Der Kurs, der gewählt wird, hängt vom Herzen des Einzelnen ab.

Sogar im Alter von 90 Jahren reise ich weiterhin durch die ganze Welt. Ich lehne es ab, mich von meiner Mission auszuruhen. Die Welt ist wie ein lebendiger Organismus, der sich andauernd verändert. Immer tauchen neue Probleme auf. Ich besuche die finsteren Ecken der Welt, wo es diese Probleme gibt. Das sind nicht die Orte mit schöner Aussicht oder komfortablen Annehmlichkeiten. Aber ich fühle mich an Orten glücklich, die dunkel, schwierig und einsam sind, weil ich genau dort meine Mission, meinen Zweck und meine Ziele erfüllen kann.

Meine Hoffnung ist, dass Korea wahre globale Leiter hervorbringen wird. Ich hoffe darauf, mehr politische Führungskräfte zu sehen, die die Vereinten Nationen so leiten, dass sie ihren Zweck erfüllen, sowie mehr diplomatische Führungskräfte, die in konfliktbeladenen Gebieten die Kämpfe beenden können. Ich hoffe, jemanden wie Mutter Teresa zu sehen, der sich wie sie um diejenigen kümmert, die auf der Straße leben und sterben. Ich hoffe, Pioniere für den Frieden zu sehen, die sich wie ich engagieren, um neue Lösungsansätze für bisher ungenutzte Ressourcen von Land und Meer zu finden.

Einen Traum und ein Ziel zu haben, ist der Anfang von allem. Bitte haben Sie einen unternehmungslustigen Pioniergeist. Träumen Sie Träume, die sich andere nicht einmal vorzustellen wagen. Setzen Sie sich selbst bedeutungsvolle Ziele und werden Sie zu globalen Leitern, die der Menschheit Nutzen bringen.




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