Das Ziel der Religion im 21. Jahrhundert - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 7 - Die Zukunft Koreas und die Zukunft der Welt -



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Das Ziel der Religion im 21. Jahrhundert


Das 20. Jahrhundert war eine Zeit ungeheurer Veränderungen. In diesem Jahrhundert geschah mehr als in den vorausgegangenen 2.000 Jahren. Es gab zwei Weltkriege und der Kommunismus entfaltete große Macht und verschwand dann wieder. Es war auch ein Jahrhundert, in dem die Menschheit Gott den Rücken kehrte und sich verstärkt in materielle Dinge vergrub. Wie wird das 21. Jahrhundert sein? Einige sagen, dass die Fortschritte der Wissenschaft bewiesen hätten, dass vieles im religiösen Glauben nur Aberglaube sei und für die moderne Welt keine Rolle mehr spiele. Ich setze jedoch dagegen, dass die Religion solange eine wichtige Rolle spielen wird, wie der geistige Aspekt des Menschen eine Realität bleibt und solange eine friedliche Welt noch nicht Wirklichkeit geworden ist.


Welchen Sinn haben dann die Religionen? Sie sollen Gottes ideale Welt hervorbringen. Dass Religionen missionieren, kommt aus ihrem Verlangen, die Zahl der Bürger unter Gottes Herrschaft zu vermehren. Wenn alle unter Gottes Herrschaft leben würden, dann hätten wir eine Welt des Friedens und es gäbe keine Kriege und keine Zerwürfnisse mehr. Das letzte Ziel des religiösen Weges sollte Frieden sein.


Gott schuf die Welt aus einer Sehnsucht nach Liebe und Frieden. Wenn wir Spaltung schaffen, indem wir darauf bestehen, dass unsere eigene Religion der einzige Weg zur Erlösung ist, handeln wir gegen Gottes Sehnsucht. Gott möchte, dass jeder auf der Welt hart für den Frieden, für Versöhnung und für ein Miteinander arbeitet. Wenn Menschen berichten, dass in ihrer Familie Streit entsteht, weil sie die Kirche besuchen, dann sage ich ihnen ohne zu zögern, dass sie ihre Familie an die erste Stelle setzen sollen. Religion ist nur ein Mittel, um Gottes vollkommene Welt hervorzubringen. Sie selbst ist nicht das Ziel.

Die Bestimmung der Menschheit ist es, alle unterschiedlichen Standpunkte, die sie jetzt gegeneinander aufbringen, miteinander zu verbinden. Die Philosophie, die in Zukunft die Menschheit leiten wird, muss alle Religionen und Philosophien zusammenführen. Die Tage sind vorbei, in denen ein einziges Land an der Spitze steht und die Menschheit führt. Auch das Zeitalter des Nationalismus ist vorbei.

Wenn die Menschen damit fortfahren, sich nur innerhalb ihrer Religion oder Rasse zu versammeln, kann die Menschheit wiederholte Kriege nicht vermeiden. Das Zeitalter des Friedens kann mit Sicherheit nicht kommen, solange wir nicht über unsere jeweiligen kulturellen Bräuche und Traditionen hinausgehen. Keine Ideologie, Philosophie oder Religion, die in der Vergangenheit Einfluss auf die Menschheit genommen hat, ist in der Lage, Frieden und Einheit zu schaffen, wie wir sie für die Zukunft benötigen. Wir brauchen eine neue Ideologie und Philosophie, die über Buddhismus, Christentum und Islam hinausgeht. Mein ganzes Leben lang habe ich – bis meine Stimme heiser wurde – die Menschen dazu aufgerufen, über ihre religiöse Zersplitterung und sogar über ihre Religionen hinauszugehen.

Es gibt fast 200 Länder auf der Welt und jedes hat seine eigenen nationalen Grenzen. Länder sind voneinander durch Grenzen getrennt, aber durch Grenzen voneinander getrennte Länder können nicht ewig bestehen. Nur die Religion kann nationale Grenzen überwinden.

Religionen, die Menschen zusammenbringen sollten, haben sich stattdessen in viele Gruppierungen zersplittert, die sich gegenseitig bekämpfen. Sie sind Opfer selbstsüchtiger Gedanken, die ihre eigene Religion oder Splittergruppe an die erste Stelle setzen. Sie sind sich nicht bewusst, dass die Welt sich geändert und die Morgendämmerung eines neuen Zeitalters der Selbstlosigkeit eingesetzt hat.

Es wird nicht einfach sein, die seit Jahrtausenden bestehenden religiösen Mauern einzureißen. Aber diese Mauern müssen fallen, wenn wir eine Welt des Friedens zum Ziel haben. Religionen und ihre Splittergruppen müssen mit den sinnlosen Kämpfen untereinander aufhören. Sie sollten sich mit ihren unterschiedlichen Meinungen in der Mitte treffen und gemeinsam konkrete Wege entwickeln, die den Frieden in der Welt voranbringen. Materieller Überfluss allein wird nicht ausreichen, damit die Menschheit in der Zukunft glücklich ist. Die Kämpfe der modernen Ideologien, der Kulturen und der Rassen müssen dringend mit Hilfe von interreligiösem Verständnis und geistiger Harmonie überwunden werden.

Mein ganzes Leben lang habe ich an die vielen religiösen Menschen, die ich auf der ganzen Welt getroffen habe, appelliert: Erstens soll man die Traditionen anderer Religionen respektieren und alles tun, was in unserer Macht steht, um Konflikte und Zwietracht unter den Religionen zu vermeiden. Zweitens sollten alle religiösen Gemeinschaften im Dienst für die Welt zusammenarbeiten. Drittens sollten die Leiter von allen Religionen gemeinsam eine Struktur entwickeln, die uns zu unserem gemeinsamen Ziel, der Verwirklichung des Weltfriedens, führen wird.

Das rechte Auge ist für das linke Auge da und das linke für das rechte. Die beiden Augen zusammen existieren für den gesamten Körper. Das gilt auch für jedes andere Organ des Körpers. Nichts existiert nur für sich selbst. Auch die Religionen existieren nicht nur für sich selbst, sondern für Liebe und Frieden. Wenn einmal der Weltfrieden verwirklicht ist, werden die Religionen nicht mehr gebraucht werden. Der letztendliche Zweck der Religion ist die Verwirklichung einer von Liebe und Frieden erfüllten menschliche Gesellschaft. Das ist der Wille Gottes.

Es ist nicht leicht, eine Umgebung zu schaffen, in der die Herzen der Menschen von einer Sehnsucht nach Frieden erfüllt sind. Ständige Erziehung ist der einzige Weg. Darum setze ich mich für Projekte auf dem Gebiet der Erziehung ein. Noch bevor unsere Kirche auf eigenen Füßen stehen konnte, haben wir die Sunhwa Arts School gegründet.

Eine Schule ist ein heiliger Ort, an dem Wahrheit gelehrt wird. Was sind die wichtigsten Wahrheiten, die in Schulen gelehrt werden sollten? Die erste ist, Gott zu kennen und Seine Existenz in der Welt und um uns herum wahrzunehmen. Die zweite ist, den fundamentalen Ursprung der Menschen und unsere Verantwortung zu erkennen und wie wir diese Verantwortung zum Wohl der Welt erfüllen können. Die dritte Wahrheit ist, den Zweck der Existenz der Menschen zu verwirklichen und eine ideale Welt für diese Existenz zu schaffen. Diese Dinge können nur verstanden werden, nachdem sie mit Ernsthaftigkeit und Hingabe über einen langen Zeitabschnitt gelehrt wurden.

Erziehung hat heute das Ziel, eine Gesellschaft mit Siegermentalität zu propagieren, in der diejenigen, die am besten sind, mit einem Monopol für Glück belohnt werden. Das ist nicht der richtige Weg für die Erziehung von Kindern. Erziehung muss ein Mittel sein, eine Welt zu verwirklichen, in der die gesamte Menschheit gut zusammenleben kann.

Die Philosophien und Methoden der Erziehung, die uns bis jetzt beherrscht haben, müssen so verändert werden, dass sie uns auf dem Weg zu dem gemeinsamen Ziel der Menschheit voranbringen. Wenn die Vereinigten Staaten nur zum Wohl der Vereinigten Staaten erziehen würden und Großbritannien nur für Großbritannien selbst, dann wäre die Zukunft der Welt finster. Erzieher dürfen nicht lehren, wie man selbstsüchtig lebt, sondern sollten die Weisheit vermitteln, die gebraucht wird, um die Vielzahl von sozialen Problemen zu lösen, denen wir heute gegenüberstehen.

Die Rolle der religiösen Gelehrten ist sogar noch wichtiger. Religiöse Gelehrte sollten keine komplexen Theorien aufstellen, um die Überlegenheit ihrer eigenen Religion zu lehren. Stattdessen müssen sie ihren Studenten die Weisheit vermitteln, wie sie die Menschheit lieben und eine Welt des Friedens aufbauen können. Sie müssen das Prinzip der Selbstlosigkeit lehren. Wir können kein zukünftiges Glück für die Menschheit erwarten, wenn Gelehrte nicht die Führung im Unterrichten der Prinzipien des Friedens für unsere Nachkommen übernehmen. Die Menschen sind Brüder und Schwestern und die Welt ist eine Familie.

Die Weisheit, die von der Menschheit am meisten gebraucht wird, kommt aus dem Wissen um Gottes Herz und um Sein Ideal. Darum ist die Rolle der Religion weiterhin wichtig, besonders im 21. Jahrhundert, in dem Wissenschaft und Technik die Rolle der Religion zu ersetzen scheinen, was das Verständnis um die Operationsweise des Universums betrifft.

Religionen überall auf der Welt müssen verstehen, in welche Richtung die Reise der Menschheit geht, und sofort alle kleineren und größeren Auseinandersetzungen beenden. Sie sollten nicht Kämpfe zur Verteidigung der eigenen Ehre austragen. Religionen müssen ihre Weisheiten bündeln, ihre Energien miteinander kombinieren und ernsthaft daran arbeiten, die ideale Welt zu errichten. Sie müssen die hasserfüllten Kämpfe der Vergangenheit vergessen und friedliche Lösungen ausarbeiten. Ganz gleich, wie viel wir schon für den Weltfrieden getan haben, es gibt immer noch mehr zu tun. Religiöse Menschen, deren Mission es ist, die Menschheit in die ideale Welt zu führen, dürfen nicht einen Moment lang vergessen, dass ihre einzige Mission die von Friedensaposteln ist.




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