Meine Frau Hak Ja Han Moon - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 5 - Liebevolle Familien können die Welt ändern -



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Meine Frau Hak Ja Han Moon


Als ich meine Frau das erste Mal sah, war sie eine junge Frau von 14 Jahren und hatte gerade die Grundschule (6. Klasse) abgeschlossen. Sie war ein ruhiges Mädchen, das niemals seine Stimme erhob und niemals versuchte, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie nahm immer den gleichen Weg zur Kirche hin und zurück. Als sie mir das erste Mal vorgestellt wurde, sagte man mir, sie sei die Tochter von Frau Sun Ae Hong, einem frühen Mitglied unserer Kirche.


Ich fragte sie: „Wie heißt du?“ Sie antwortete mit klarer Stimme: „Ich heiße Hak Ja Han.“

Bevor mir bewusst wurde, was da geschah, sagte ich: „Hak Ja Han wurde also in Korea geboren!“ Ich wiederholte das dreimal und dann betete ich: „Gott! Vielen Dank, dass du solch eine wundervolle Frau wie Hak Ja Han nach Korea geschickt hast.“ Dann schaute ich sie an und sagte: „Hak Ja Han, ich fürchte, du wirst viele Opfer bringen müssen.“

Alle diese Worte kamen spontan aus meinem Mund. Später erzählte mir Frau Hong, wie sonderbar es für sie war, dass ich beim ersten Treffen mit ihrer Tochter die gleichen Dinge dreimal hintereinander sagte. Meine Frau erzählte mir, dass auch sie sich an dieses erste kurze Treffen erinnert. Sie sagte mir, dass sie sich an alles erinnern kann, was ich damals zu ihr gesagt habe, als sei es eine Predigt nur für sie gewesen, und sie bewahrte all dies tief in ihrem Herzen. Sie sagte, sie hätte das Gefühl gehabt, eine wichtige Offenbarung über ihre Zukunft bekommen zu haben, die sie nicht vergessen konnte.

Ihre Mutter stammte aus einer sehr gläubigen presbyterianischen Familie. Deshalb wuchs sie in einem christlichen Zuhause auf. Ihr Heimatort Jeongju ist auch mein Heimatort, doch sie hatte in Anju gelebt, bis sie während des Koreakrieges nach Südkorea kam. Als Frau Hong anfing zu unserer Kirche zu kommen, führte sie ein sehr gläubiges Leben in Chuncheon und gab ihrer Tochter eine strenge Erziehung. Meine Frau besuchte eine Krankenpflegeschule, die von der katholischen Kirche betrieben wurde. Mir wurde gesagt, dass die Regeln an der Schule so streng waren, wie wenn sie in einem Kloster gelebt hätte. Sie hatte einen sanften Charakter und während der Zeit, in der sie von ihrer Mutter aufgezogen wurde, ging sie nirgendwo anders hin als nur zur Schule und zu unserer Kirche.

Damals war ich 40 Jahre alt und ich spürte, dass die Zeit für mich gekommen war, wieder zu heiraten. Alles, was ich dafür zu tun hatte, war, darauf zu warten, dass Gott mir sagen würde: „Es ist soweit, geh und heirate“, und ich würde tun, was mir gesagt wurde. Seung Do Ji, eine ältere Frau in unserer Kirche, begann im Oktober 1959 mit Vorbereitungen für meine Verlobung, obwohl es noch keine zukünftige Braut gab. Ein anderes Kirchenmitglied, das seit sieben Jahren um eine Ehefrau für mich gebetet hatte, erzählte mir eines Tages, dass sie einen Traum gehabt habe, in dem sie sah, dass Hak Ja Han meine Frau war.

Frau Ji erzählte mir von einem merkwürdigen Traum, den sie hatte: „Was für ein Traum ist das?“, rief sie. „Ich sah Hunderte von Kranichen auf uns zufliegen. Ich versuchte sie mit meinen Armen wegzuscheuchen, aber sie kamen immer wieder. Schließlich bedeckten sie dich mit ihren weißen Federn. Ist das ein Omen für die Zukunft?“ Das „Hak“ in Hak Ja Han ist das chinesische Zeichen für Kranich.

Dann hatte Hak Ja Han selbst einen Traum, in dem ich ihr erschien und zu ihr sagte: „Die Zeit ist nah, bereite dich vor.“ Später erzählte mir meine Frau, dass sie in ihrem Traum voll Demut geantwortet habe: „Ich habe bis jetzt nach dem Willen Gottes gelebt. Auch in Zukunft werde ich dem Willen Gottes als Seine Dienerin folgen, was auch immer das bedeuten mag.“

Einige Tage nachdem meine zukünftige Braut diesen Traum gehabt hatte, bat ich Frau Hong, ihre Tochter zu mir zu bringen. Dies war unser erstes Treffen seit der Zeit, als sie mir im Alter von 14 Jahren vorgestellt worden war. An jenem Tag stellte ich dieser jungen Dame viele Fragen. Jedes Mal antwortete sie mit Ruhe und Gelassenheit und sprach sehr klar und deutlich. Bei diesem Treffen bat ich meine zukünftige Frau, ein Bild zu zeichnen. Ohne zu zögern nahm sie einen Bleistift und begann ein Bild auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Als sie fertig war und mir ihr Bild zeigte, war ich von dem, was ich sah, sehr beeindruckt. Ich sah daraufhin in ihr Gesicht und ihr schüchterner Blick war sehr schön. Ihr Herz war genauso wundervoll wie das Bild, das sie gezeichnet hatte.

Wir verlobten uns am 27. März 1960. Unsere Hochzeit war zwei Wochen später, am 11. April. Zur Zeit der Verlobung hatte ich noch kein Datum vorgegeben, aber als ich einige Tage später Frau Han zu mir rief, sagte ich zu ihr: „Morgen früh werden wir unsere Hochzeitszeremonie haben.“

Sie erwiderte ganz einfach: „Ist das so?“ Sie stellte keine einzige Frage und machte keinerlei Einwände. Sie war dem Himmel ganz und gar gehorsam. So rein und sanft war sie. Wenn es um den Willen Gottes ging, zeigte sie damals wie heute große Entschlossenheit.

Bei der Hochzeitszeremonie trug ich einen Samogwandae, die formelle Bekleidung der Regierungsbeamten, die heute allgemein für traditionelle Hochzeitszeremonien benutzt wird, und sie trug eine traditionelle koreanische Tracht zusammen mit einem Jokduri-Braut-Diadem. Meine Braut, die damals 17 Jahre alt und damit über 20 Jahre jünger war als ich, strahlte und sah zuversichtlich aus mit ihrem hübschen Gesicht. Sie hielt ihre Lippen fest geschlossen.

Während der Zeremonie sagte ich zu meiner Frau, dass für sie jetzt ein schwieriger Weg beginnen würde. „Ich denke, dir ist schon bewusst, dass eine Ehe mit mir keiner anderen Ehe gleichen wird. Wir werden zu Ehemann und Ehefrau, um die Mission, die Gott uns gegeben hat, Wahre Eltern zu werden, zu vollenden, und nicht nur, um das Glück von zwei Einzelpersonen anzustreben wie die anderen Menschen auf dieser Welt. Gott möchte das himmlische Königreich durch eine wahre Familie auf diese Erde bringen. Du und ich, wir werden einen schwierigen Weg gehen müssen, um Wahre Eltern zu werden, die für andere die Tore des Himmelreichs öffnen werden. Es ist ein Weg, den noch kein anderer in der Geschichte gegangen ist, und sogar ich weiß nicht, was alles auf uns zukommen wird. In den nächsten sieben Jahren wirst du viele Dinge erleben, die schwer zu ertragen sind. Vergesse niemals, nicht für einen Moment, dass sich unser Leben von dem anderer unterscheidet. Unternehme nichts, ganz gleich wie unbedeutend es auch scheinen mag, ohne es vorher mit mir zu besprechen, und gehorche mir in allem, was ich sage.“

Sie antwortete: „Mein Herz ist schon darauf eingerichtet. Bitte mache dir keine Sorgen.“
An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich an jenem Tag erkennen, dass sie einen festen Entschluss gefasst hatte. Ihre schwierigen Herausforderungen begannen schon einen Tag nach der Hochzeit. Die erste Schwierigkeit, mit der sie konfrontiert wurde, war, dass sie nicht mehr so frei war wie vorher, ihre Mutter zu sehen. Meine Frau, ihre Mutter und ihre Großmutter mütterlicherseits waren jeweils die einzigen Töchter. Deshalb war die Beziehung zwischen Mutter und Tochter besonders eng. Damit sie ihre öffentliche Mission erfüllen und die entsprechenden Schwerpunkte setzen konnte, bat ich sie, drei Jahre lang so etwas wie ein asketisches Leben zu führen. Das bedeutete, dass sie ihre Mutter und andere Verwandte drei Jahre lang nicht sehen konnte. Sie lebte in einem Zimmer, das von einem Kirchenmitglied angemietet war. Sie kam nicht mehr als einmal am Tag zur Kirche, normalerweise am Abend. Um keine Störungen zu verursachen verließ sie die Kirche durch die Hintertür.

Ich war oft mit Gottesdiensten oder nächtlichen Gebeten beschäftigt und selten zuhause. Aber diese Trennung hatte keine praktischen Gründe, sondern diente dazu, eine geistige Grundlage der bedingungslosen Hingabe für ihre Mission zu errichten. Da die ungeheuerlichen Gerüchte über mich weiterhin im Umlauf waren, war diese Trennung von ihren Verwandten und von mir für meine junge Frau noch schwerer zu ertragen.

Zur Zeit unserer Hochzeit gab es die Vereinigungskirche schon in mehr als 120 Gemeinden überall in Korea. Doch auch in unserer Kirche gab es Mitglieder, die unsere Hochzeit kritisch betrachteten. Einige beneideten meine Frau, einige hassten sie und es kursierten viele Geschichten. Als wäre das nicht schon genug, lebte sie auch noch im Haus von jemand anderem, während ältere Frauen aus unserer Kirche mir überall folgten, wohin ich auch ging.

Schließlich beendete meine scheinbar kalte Umgangsweise mit meiner Frau alle Kritik und Eifersucht ihr gegenüber. Die Leute begannen sogar Mitleid mit ihr zu fühlen. Zum Beispiel kritisierten mich viele Mitglieder dafür, dass ich nicht zu meiner Frau gehen konnte, obwohl sie nach der Geburt unserer ersten Tochter krank war und in einem schlecht beheizten Raum fror. Einige von ihnen sagten: „Wie kann er sich überhaupt als ihr Ehemann bezeichnen?“

„Sie gehen zu weit, mein Herr“, wurde mir gesagt, „wenn Sie sie geheiratet haben, dann sollten Sie auch mit ihr leben. Wie können Sie es ihr so schwer machen, dass sie kaum Ihr Gesicht zu sehen bekommt?“ Die Leute, die meine Frau kritisiert hatten, stellten sich einer nach dem anderen auf ihre Seite.

Trotz ihrer Jugend war es für meine Frau notwendig, durch ein hartes Training zu gehen. Während der Zeit unseres Zusammenlebens war der Druck, der auf sie ausgeübt wurde, unerbittlich. Sie hatte nie einen einzigen freien Moment für sich selbst. Sie befand sich ständig an der Grenze des Ertragbaren, so als würde sie auf einer dünnen Eisdecke gehen, während sie sich fragte: „Wird es heute friedlich zugehen? Wird es morgen friedlich sein?“

Weil sie Gottes Standard der mütterlichen Liebe erreichen musste, korrigierte ich sogar das kleinste falsche Wort, das sie sprach. Manchmal musste sogar ihre Liebe zu mir eingeschränkt werden um ihrer Mission willen. All das war notwendig für sie, um Wahre Mutter zu werden, aber ich bin mir sicher, dass es ihrem Herzen viel Kummer verursacht hat.

Ich konnte ganz beiläufig etwas sagen, ohne mir dabei etwas zu denken. Sie aber musste sich mit jedem meiner Worte in Einklang bringen. Deshalb bin ich mir sicher, dass ihr Leiden sehr groß war. Wir brauchten sieben Jahre, bis wir uns aneinander angepasst hatten. Ich erzähle diese Dinge, weil das Wichtigste in einer ehelichen Beziehung das Vertrauen ist. Das ist es, was es zwei Menschen ermöglicht, ganz eins zu werden.




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