Der ruhige Ozean des Herzens - Autobiografie - Sun Myung Moon - Mein Leben für den Weltfrieden

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- Kapitel 2 - Ein Fluss von Tränen fliesst in meinem Herzen -



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Der ruhige Ozean des Herzens


Die Kriegslage wurde für Japan immer hoffnungsloser. Die schrumpfende Armee brauchte dringend neue Soldaten und so ließ man die Studenten ein halbes Jahr früher graduieren, um sie danach an die Kriegsfront zu schicken. Auch ich graduierte ein halbes Jahr früher.


Als meine Abschlussfeier für den 30. September 1943 festgesetzt war, sandte ich ein Telegramm an meine Familie, in dem ich mitteilte: „Ich werde auf der Konron Maru zurückkommen.“ Das war das Schiff, mit dem ich laut Fahrplan von Shimonoseki nach Busan fahren sollte. An dem Tag, an dem ich von Tokio nach Korea abreisen sollte, hatte ich jedoch ein seltsames Erlebnis. Meine Füße hafteten fest am Boden und ich konnte mich nicht bewegen. Ich konnte, so sehr ich mich auch bemühte, meine Füße nicht vom Boden lösen, um zum Bahnhof in Tokio zu gehen.

Ich sagte mir: „Offensichtlich will der Himmel nicht, dass ich an Bord dieses Schiffes gehe.“ So entschloss ich mich, noch ein wenig länger in Japan zu bleiben, und machte mit Freunden eine Klettertour auf den Fudschijama. Als ich ein paar Tage später nach Tokio zurückkam, fand ich alle in heller Aufregung wegen der Nachricht, dass die Konron Maru, das Schiff, auf dem auch ich hätte sein sollen, auf ihrem Weg nach Busan gesunken war. Ich erfuhr, dass über 500 Menschen, darunter viele Universitätsstudenten, umgekommen waren. Die Konron Maru war ein großes Schiff, auf das Japan sehr stolz war, aber jetzt war es von einem amerikanischen Torpedo versenkt worden.

Als meine Mutter erfuhr, dass das Schiff, auf dem ihr Sohn sein sollte, versenkt worden war, rannte sie aus dem Haus, ohne auch nur daran zu denken, ihre Schuhe anzuziehen. Sie rannte barfuß acht Kilometer zum Bahnhof und fuhr direkt nach Busan. Als sie bei der Küsten-Polizeistation in Busan ankam, fand sie heraus, dass mein Name nicht auf der Passagierliste stand. Das Wohnheim in Tokio teilte ihr jedoch mit, dass ich meine Sachen gepackt hatte und ausgezogen war. Dadurch war sie vollkommen verwirrt und verzweifelt. Sie rief immer nur meinen Namen und beachtete nicht die großen Splitter, die in ihren nackten Fußsohlen steckten.

Ich kann mir gut vorstellen, wie sie außer sich war aus Sorge, ihrem Sohn könnte etwas passiert sein. Ich kann das Herz meiner Mutter verstehen, aber von dem Tag an, an dem ich mich entschloss, dem Weg Gottes zu folgen, wurde ich für sie zu einem sehr schwierigen Sohn. Ich konnte nicht zulassen, mich durch persönliche Gefühle binden zu lassen. Deshalb hatte ich keine Nachricht gesandt, dass ich nicht an Bord des gesunkenen Schiffes war, obwohl ich wusste, dass sie sich große Sorgen um mich machen würde.

Als ich schließlich nach Korea zurückkehrte, sah ich, dass sich nichts geändert hatte. Die Unterdrückung durch die Japaner wurde von Tag zu Tag schlimmer. Das ganze Land versank in Blut und Tränen. Ich fuhr nach Heukseok-Dong in Seoul und besuchte die Myeongsudae-Kirche.

Ich schrieb damals alle Erkenntnisse, die ich Tag für Tag hatte, detailliert in Tagebüchern auf. An manchen Tagen, an denen ich eine große Anzahl von Erkenntnissen hatte, füllte ich ein ganzes Tagebuch. Ich erhielt Antworten auf viele Fragen, um die ich seit Jahren gerungen hatte. Es war, als ob meine Gebete der letzten Jahre und meine Suche nach der Wahrheit beantwortet wurden. Das geschah innerhalb kurzer Zeit, so als ob ein Feuerball durch mich hindurchging.

Zu jener Zeit hatte ich folgende Erkenntnis: „Die Beziehung zwischen Gott und den Menschen ist wie die Beziehung zwischen einem Vater und seinen Kindern und Gott ist tief traurig, wenn Er sie leiden sieht.“

Im selben Augenblick waren in meinem Inneren alle Geheimnisse des Universums gelöst. Plötzlich war es, als ob jemand einen Filmprojektor eingeschaltet hätte. Alles, was geschehen war, seitdem der Mensch Gottes Gebot gebrochen hatte, lag klar vor meinen Augen. Heiße Tränen liefen mir unaufhörlich aus den Augen. Ich fiel auf die Knie und beugte meinen Kopf bis zum Boden. Lange Zeit konnte ich nicht aufstehen. So wie mein Vater mich als Kind auf seinem Rücken nach Hause getragen hatte, legte ich meinen Körper in Gottes Schoß und ließ die Tränen fließen. Neun Jahre nach meiner Begegnung mit Jesus waren meine Augen schließlich für die wahre Liebe Gottes geöffnet worden.

Gott schuf Adam und Eva und gab ihnen den Auftrag, in dieser Welt fruchtbar zu sein, sich zu vermehren und eine Welt des Friedens zu errichten, in der sie leben sollten. Aber sie warteten nicht auf den Zeitpunkt Gottes, sondern begingen Unzucht und hatten zwei Söhne, Kain und Abel. Die Kinder, die als Folge des Falls geboren waren, vertrauten einander nicht. Die Situation eskalierte dermaßen, dass der eine Bruder den anderen tötete. Der Frieden dieser Welt war zerstört. Sünde bedeckte die Welt und das Leiden Gottes begann. Dann beging die Menschheit noch eine schwerwiegende Sünde, indem sie Jesus, den Messias, tötete. Das Leid, das die Menschheit heute durchmacht, ist ein Prozess der Wiedergutmachung, durch den sie gehen muss, da Gottes Schmerz andauert.

Jesus war mir im Alter von 16 Jahren erschienen, weil er wollte, dass ich die Wurzel der ursprünglichen Sünde kenne, die der Mensch begangen hatte, und weil ich eine Welt des Friedens herbeiführen sollte, in der der Fall nicht mehr vorkommen würde. Ich hatte von Gott den ernsten Auftrag, für die Sünden der Menschheit Buße zu tun und eine Welt des Friedens, die Gott ursprünglich geschaffen hatte, herbeizuführen. Die Welt des Friedens, die Gott ersehnt, ist nicht irgendwo, wo wir nach dem Tod hingehen. Gott möchte, dass diese Welt, wo wir jetzt leben, die vollkommen friedliche und glückliche Welt ist, die Er zu Beginn geschaffen hatte. Gott hat Adam und Eva gewiss nicht deshalb in die Welt geschickt, damit sie leiden sollten. Ich musste der Welt diese unfassbare Wahrheit mitteilen.

Sobald ich diese Geheimnisse der Erschaffung des Universums entdeckt hatte, fühlte ich, dass mein Herz ruhig wurde wie ein stilles Meer. Mein Herz war erfüllt von den Worten Gottes. Es fühlte sich an, als ob es bersten würde, und mein Gesicht strahlte immerzu vor Freude.




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