Leseproben - Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung e.V. - Deutschland: FFWV Deutschland | FFWPU Germany

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Aus dem Vorwort

"Der anhaltende Frühlingsregen in der vergangenen Nacht ließ eine trockene Winterperiode zu Ende gehen. Nach dem Regen war es so angenehm, dass ich den ganzen Morgen im Garten spazieren ging. Der Boden hatte diesen wohl riechenden Geruch nach feuchter Erde, den ich den ganzen Winter hindurch vermisst hatte. Die Trauerweide und die Kirschbäume zeigten schon Ansätze von neuen Trieben. Mir war, als hörte ich überall im Garten neues Leben sprießen. Und ehe ich mich versah, pflückte meine Frau, die mir nach draußen gefolgt war, junge Beifußtriebe, die schon den trockenen Rasen durchbrochen hatten. Der Regen in der Nacht hatte alles in einen duftenden Frühlingsgarten verwandelt. Unabhängig davon, wie viele Unruhen die Welt erschüttern, wenn der Kalender den März anzeigt, ist der Frühling ganz nah. Je älter ich werde, desto mehr bedeutet es mir, dass auf den Winter unweigerlich der Frühling folgt, der Blumen in voller Blüte hervorbringt.

Wer bin ich, dass Gott gemäß den Jahreszeiten Blumen blühen und es schneien lässt, so dass ich mich daran erfreuen kann? Liebe steigt aus den Tiefen meines Herzens empor und ich bin von Gefühlen überwältigt. Es rührt mich zu Tränen, wenn ich daran denke, dass mir alles wirklich Wertvolle frei gegeben wird.

Ich bin in meinem Leben viele Male um den Globus gereist in dem Bestreben, eine Welt des Friedens herbeizuführen, aber hier in diesem Garten zur Frühlingszeit kann ich wahren Frieden erleben. Gott gab uns den Frieden, doch irgendwie ist er uns abhanden gekommen und nun verbringen wir unser ganzes Leben damit, ihn an den verkehrten Orten zu suchen."

aus: "Nahrung ist Liebe"


"Ich habe mein Leben mit nur einem Gedanken gelebt: Ich wollte eine Welt des Friedens herbeiführen, eine Welt, in der es keine Kriege gibt und in der alle Menschen in Liebe leben. Manche mögen sich fragen: "Wie ist es möglich, dass Reverend Moon schon an Frieden gedacht hat, als er noch ein Kind war?" Aber ist es wirklich so erstaunlich, dass ein Kind von einer Welt des Friedens träumt?

Im Jahr 1920, als ich geboren wurde, befand sich Korea unter der Zwangsherrschaft Japans. Gleich nach der Befreiung kamen der Koreakrieg, dann die Finanzkrise in Asien und zahlreiche andere schwierige Krisen. Viele Jahre lang wurde Korea nicht mit Frieden in enge Verbindung gebracht. Aber diese Zeiten des Leidens und der Verwirrung waren nicht Angelegenheiten, die Korea allein betrafen. Die zwei Weltkriege, der Vietnamkrieg und die Kriege im Nahen Osten zeigen, dass sich Menschen in aller Welt andauernd mit Feindseligkeit begegnen, Gewehre aufeinander richten und sich gegenseitig bombardieren.

Für Menschen, die diesen Horror von blutüberströmten Körpern und zersplitterten Knochen erlebt haben, ist Frieden vielleicht etwas, was man sich nur in Träumen vorstellen kann. Es ist jedoch nicht sehr schwer, Frieden zu erreichen. Um einen Anfang zu machen, können wir Frieden in der Luft finden, die wir atmen, in unserer natürlichen Umgebung und in den Menschen um uns herum.

Als Kind betrachtete ich die Wiesen als mein Zuhause. Sobald ich die Schüssel Reis zum Frühstück hinuntergeschlungen hatte, rannte ich aus dem Haus und verbrachte den ganzen Tag in den Hügeln und bei den Bächen. Ich konnte den Tag damit verbringen, den Wald mit all den verschiedenen Vögeln und Tieren zu bestaunen und Kräuter und wilde Beeren zu essen. Ich fühlte mich nie hungrig. Sogar als Kind fühlte ich mich immer wohl in Geist und Körper, wenn ich in den Wald ging. Nach dem Spielen schlief ich oft in den Hügeln ein. Meinem Vater blieb daher nichts anderes übrig, als mich suchen zu gehen. Wenn ich meinen Vater in einiger Entfernung "Yong Myung! Yong Myung!" rufen hörte, konnte ich selbst im Schlaf nicht anders als lächeln. Mein Name als Kind war Yong Myung. Der Klang seiner Stimme weckte mich auf. Aber ich tat so, als ob ich noch immer schlafen würde. Er hob mich auf seinen Rücken und trug mich nach Hause.

Dieses Gefühl, das mich überkam, wenn mein Vater mich die Hügel hinuntertrug, war Frieden. Ich fühlte mich vollkommen geborgen und das machte mein Herz so leicht. Damals, als mich mein Vater auf seinem Rücken trug, erkannte ich das erste Mal, was Frieden ist."

aus: "Mit Insekten über das Universum reden"


"Warum ich es in den Gefängnissen von Südkorea, den Vereinigten Staaten und sogar von Nordkorea ausgehalten habe, ohne mich einsam und isoliert zu fühlen, hat seine Ursache darin, dass ich selbst dort dem Wind lauschen und mit dem Ungeziefer in meiner Umgebung eine Unterhaltung führten konnte.

Man mag fragen: "Worüber redet man denn mit Ungeziefer?" Sogar das kleinste Sandkorn beinhaltet die Prinzipien der Welt. Selbst ein umherschwebendes Staubkörnchen in der Luft hat die Harmonie der Welt in sich. Alles um uns herum wurde geboren aus einer Kombination von so komplexen Kräften, dass dies unsere Vorstellungskraft weit übersteigt. Diese Kräfte sind miteinander verwandt. Nichts im Universum wurde außerhalb von Gottes Herz erschaffen. Die Bewegung eines einzigen Blattes ist Ausdruck des Atems des Universums.

Von Kindheit an hatte ich die Fähigkeit, mit den Klängen der Natur mitzuschwingen, während ich die Hügel und Wiesen durchstreifte. Die Natur kreiert eine einzige Harmonie und schafft einen überwältigend schönen Klang. Niemand prahlt und niemand wird ignoriert; da gibt es nur höchste Harmonie. Immer wenn ich in Schwierigkeiten war, tröstete mich die Natur; immer wenn ich in Verzweiflung stürzte, richtete sie mich wieder auf.

Heute wachsen viele Kinder in städtischer Umgebung auf und haben nicht die Möglichkeiten, sich mit der Natur vertraut zu machen. Dabei ist die Sensibilisierung für die Natur sogar wichtiger als die Anhäufung von Wissen. Welchen Sinn macht es, einem Kind eine Universitätsausbildung anzubieten, wenn es die Natur nicht in seiner Brust fühlen kann und seine Empfindungsfähigkeit abgestumpft ist? Ein von der Natur getrennter Mensch kann da und dort Buchwissen ansammeln und dann sehr leicht zu einem Individualisten werden, der materielle Götter verehrt.

Wir müssen den Unterschied im Klang fühlen können, den es zwischen dem sanften Wispern eines Frühlingsregens und dem Klatschen und Prasseln eines Herbstregens gibt. Nur von einem Menschen, der in Übereinstimmung mit der Natur lebt, kann man sagen, dass er einen wahren Charakter hat. Ein blühender Löwenzahn am Wegesrand ist kostbarer als alles Gold auf der Welt.

Wir brauchen ein Herz, das die Natur und die Menschen lieben kann. Jeder, der die Natur oder die Menschen nicht lieben kann, ist nicht fähig, Gott zu lieben. Alles in der Natur verkörpert Gott auf einer symbolischen Ebene. Die Menschen sind substantielle Wesen, die als Ebenbild Gottes geschaffen wurden. Nur ein Mensch, der die Natur lieben kann, kann Gott lieben."
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aus: "Ein Fluß von Tränen fließt in meinem Herzen"


"Ich konnte die Serie seltsamer Vorkommnisse oder die Tatsache, dass guten Menschen so tragische Dinge widerfuhren, nicht begreifen. Das Erlebnis, die Gebeine meines Urgroßvaters gesehen zu haben, hatte mich inspiriert, Fragen über das Leben und über den Tod zu stellen. Die seltsamen Ereignisse rund um unser Zuhause führten dazu, dass ich meine ganze Hoffnung in die Religion setzte. Das Wort Gottes, das ich in der Kirche hörte, konnte jedoch meine Fragen nicht klar und ausreichend beantworten. Um die Frustration in meinem Herzen zu überwinden, begann ich mich daher ins Gebet zu vertiefen.

"Wer bin ich? Wo bin ich hergekommen? Was ist der Zweck des Lebens? Was geschieht mit den Menschen, wenn sie sterben? Gibt es eine Welt für die unsterbliche Seele? Existiert Gott wirklich? Ist Gott wirklich allmächtig? Wenn Er allmächtig ist, warum sieht Er dann dem Leid in der Welt untätig zu? Wenn Gott diese Welt geschaffen hat, hat Er dann auch das Leid geschaffen? Wie kann die Tragödie der Besetzung Koreas durch die Japaner beendet werden? Welchen Sinn hat das Leiden des koreanischen Volkes? Warum hassen sich die Menschen? Warum bekämpfen sie sich gegenseitig und fangen Kriege an?"

Mein Herz war erfüllt mit diesen ernsten, fundamentalen Fragen. Niemand konnte mir eine einfache Antwort geben. So blieb mir nur das Gebet. Dies half mir, Trost zu finden. Immer, wenn ich diese quälenden Probleme vor Gott ausbreitete, verschwanden mein Schmerz und meine Sorgen und mein Herz war erleichtert. So nahm ich mir immer mehr Zeit, um zu beten, bis ich schließlich immer wieder die ganze Nacht durchbetete. Dadurch hatte ich ein außergewöhnliches, wertvolles Erlebnis, bei dem Gott meine Gebete beantwortete. Dieser Tag wird mir immer in tiefer Erinnerung bleiben - ein Tag, den ich niemals vergessen kann."
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aus: "Bitte stirb nicht"


"Der Krieg ging dem Ende zu und die japanische Polizei war rasend vor Wut. Sie folterten mich so stark, dass ich es mit Worten nicht beschreiben kann. Ich hielt jedoch durch und gab die Namen meiner Freunde nicht preis. Sogar als ich immer wieder bewusstlos wurde, stellte ich sicher, dass ich ihnen nicht das gab, was sie wollten. Schließlich wurden sie es müde, mich zu foltern, und sandten nach meiner Mutter. Als sie kam, waren meine Beine so geschwollen, dass ich allein nicht stehen konnte. Zwei Polizisten mussten meine Arme über ihre Schultern legen, damit sie mich in den Besucherraum bringen konnten. Meine Mutter hatte schon Tränen in den Augen, bevor sie mich noch richtig angesehen hatte. "Halte nur noch etwas länger durch", sagte sie. "Ich werde dir irgendwie einen Anwalt besorgen. Bitte halte so lange durch, du darfst nicht vorher sterben." Meine Mutter sah mein blutbedecktes Gesicht und flehte mich an. "Es ist nicht wichtig, wie viel Gutes du tun willst", sagte sie. "Wichtiger ist, dass du überlebst. Ganz gleich, was geschieht, bitte stirb nicht."

Sie tat mir leid. Ich hätte gerne "Mutter" gerufen, sie umarmt und mit ihr laut geweint. Aber ich konnte das nicht tun, denn ich wusste genau, warum die japanische Polizei sie hergebracht hatte. Meine Mutter flehte mich an, nicht zu sterben, aber alles, was ich erwidern konnte, war, mit meinen geschwollenen und blutunterlaufenen Augen zu blinzeln.

Während der Zeit, in der ich in der Gyeonggi-Provinz-Polizeistation festgehalten wurde, versorgte mich die Leiterin des Wohnheims Frau Gi Bong Lee mit Essen und Kleidung. Sie weinte jedes Mal, wenn sie mich besuchte. Ich tröstete sie und sagte: "Halte noch ein wenig durch. Diese Zeit geht vorbei. Japan ist bald besiegt. Du brauchst nicht zu weinen." Das waren keine leeren Worte. Gott hatte mir diesen Glauben gegeben. Als die Polizei mich im Februar des folgenden Jahres freiließ, brachte ich all meine Tagebücher aus dem Wohnheim zum Ufer des Han-Flusses und verbrannte sie, damit sie meinen Freunden nicht mehr schaden konnten. Ich wusste, dass die Polizei sie womöglich verwendet hätte, um anderen zu schaden. Mein Körper erholte sich nur langsam von den Folterungen."
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aus: "Kirche ohne Konfession"


"Mitglieder der etablierten Kirchen, die mich verfolgten und Steine nach mir warfen, nachdem ich die Kirche in Pyeongyang begonnen hatte, machten mit ihrer Verfolgung auch in Busan weiter. Noch bevor wir unsere Kirche dort richtig aufbauen konnten, begannen sie schon, uns Probleme zu machen. Wörter wie "Häretiker" und "Pseudo" wurden so oft vor meinen Namen gesetzt, dass es schien, sie wären ein Teil meines Namens geworden. In der Tat wurde der Name Sun Myung Moon ein Synonym für Häresie und Pseudo-Religion. Man hört selten, dass mein Name ohne diese Begriffe erwähnt wird.

1953 erreichten die Verfolgungen ihren Höhepunkt. Wir schlossen die Hütte in Busan und zogen um nach Daegu und dann nach Seoul. Im Mai des darauf folgenden Jahres mieteten wir ein Haus im Bezirk von Seoul Bukhak-Dong in der Nähe des Jangchungdan-Parks. Wir hängten ein Schild auf, auf dem stand: "Heilig-Geist-Gesellschaft zur Vereinigung des Weltchristentums." Wir wählten diesen Namen, um auszudrücken, dass wir zu keiner Konfession gehörten und mit Sicherheit nicht beabsichtigten, eine neue zu schaffen. "Weltchristentum" bezieht sich auf die gesamte weltweite Christenheit der Gegenwart sowie der Vergangenheit. "Vereinigung" offenbart unseren Zweck der Einheit und "Heiliger Geist" bezeichnet die Harmonie zwischen der Geistigen und der physischen Welt, die aus der Liebe der Vater Sohn-Beziehung, die im Zentrum steht, hervorgeht. Unser Name soll ausdrücken: "Die Geistige Welt, ausgerichtet auf Gott, ist mit uns."

Insbesondere Vereinigung repräsentiert mein Ziel, Gottes ideale Welt herbeizuführen. Vereinigung bedeutet nicht Verband oder Union. Eine Union kommt zustande, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Doch Vereinigung bedeutet, dass zwei zu eins werden. "Vereinigungskirche" wurde später unser allgemein bekannter Name, doch er wurde uns von anderen gegeben. Am Anfang bezeichneten uns Universitätsstudenten als "die Seoul Kirche"."
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aus: "Washington Monument, 1976"


"1974 und 1975 wurde ich eingeladen, auf dem Capitol Hill zu sprechen. Ich hielt eine Rede vor Mitgliedern des Repräsentantenhauses mit dem Titel "Eine Nation unter Gott". Ich sprach zu den Kongressabgeordneten in der gleichen Weise, wie ich zu den jungen Leuten auf der Strasse gesprochen hatte. Ich sagte ihnen: "Amerika entstand durch Gottes Segen. Doch dieser Segen war nicht für Amerika allein gedacht. Amerika erhielt Gottes Segen, um ihn an die Welt weiterzugeben. Amerika muss das Prinzip dieses Segens verstehen und sich opfern, um die Welt zu retten. Damit das geschehen kann, muss es eine Wiedererweckung geben, die es Amerika erlaubt, zu seinem Gründergeist zurückzukehren. Das Christentum, das in Dutzende Glaubensrichtungen gespalten ist, muss vereinigt werden, alle Religionen absorbieren und eine neue Zukunft für die Zivilisationen der Welt öffnen."

Ich war der erste ausländische religiöse Leiter, der von Mitgliedern des US-Kongresses eingeladen wurde zu sprechen. Nachdem ich ein zweites Mal eingeladen worden war, hatten mehr und mehr Leute Interesse daran, etwas über diesen Reverend Moon herauszufinden.

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Das Nachrichtenmagazin Newsweek veröffentlichte in seinem illustrierten Jahresrückblick über die bedeutendsten Ereignisse von 1976 ein Bild von mir und bezeichnete mich als Teil der Erweckungsbewegung in den 70ern. Auf der anderen Seite erhöhte sich die Zahl der Leute, die mich mit Vorbehalten und sogar Angst betrachteten. Für sie war ich nichts weiter als ein sonderbarer Magier, der aus dem Osten gekommen war. Ich war kein weißer Mann, dem sie glauben und folgen konnten. Die Tatsache, dass ich Dinge sagte, die irgendwie anders waren als das, was sie in ihren Kirchen gehört hatten, machte sie sehr unsicher. Sie konnten insbesondere nicht akzeptieren, dass junge weiße Leute einem Asiaten mit schmalen Augen in der Form eines Fisches Respekt entgegenbrachten und ihm nachfolgten. Sie begannen Gerüchte zu verbreiten, dass ich unschuldige junge Weiße einer Gehirnwäsche unterzogen hätte. Diese Gruppe, die mich bekämpfte, versammelte sich im Hintergrund hinter jenen, die mir ihre Unterstützung zuriefen. Ich wusste, dass eine weitere Krise auf mich zukommen würde. Ich hatte jedoch keine Angst, denn ich tat ganz eindeutig das, was richtig war.

Die USA sind weithin bekannt als ein Land der Freiheit und Gleichheit, in das Menschen aller Rassen kommen können, um den amerikanischen Traum zu verwirklichen. Doch tatsächlich gibt es wegen rassischer und religiöser Diskriminierungen viel Streit und Auseinandersetzungen. Dies sind chronische Krankheiten, die tief in der amerikanischen Geschichte verwurzelt sind."
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aus: "Die friedvolle Familie ist der Baustein des Himmels"


"Unglücklicherweise zerfallen allmählich aber auch im Osten die Familienstrukturen. Auch wir verwerfen Traditionen, die Tausende von Jahren weitergegeben wurden. Wir haben unsere traditionelle Kleidung, unsere Essgewohnheiten und unsere Familienstruktur verworfen. Die Zahl der älteren Mitbürger, die in Korea allein leben, steigt stetig an. Jedes Mal, wenn ich in den Nachrichten die Geschichten von einsamen alten Menschen sehe, macht mich das traurig. Eine Familie ist da, wo Generationen zusammenleben. Wenn die Mitglieder einer Familie verstreut leben und die Eltern alleingelassen werden, dann ist das keine Familie mehr. Die Großfamilie ist eine wunderbare koreanische Tradition.

Ich empfehle, dass drei Generationen in einer Familie zusammenleben; nicht einfach nur deshalb, weil dies ein Weg ist, die Tradition unseres Landes zu erhalten. Wenn ein Mann und seine Frau ein Kind haben, dann vermitteln sie ihrem Kind alles, was sie können. Was sie weitergeben können, ist jedoch begrenzt. Die Eltern repräsentieren die Gegenwart und die Kinder die Zukunft. Die Großeltern repräsentieren die Vergangenheit. Das bedeutet, nur wenn Großeltern, Eltern und Kinder zusammenleben, können die Kinder alle guten Dinge der Vergangenheit und Gegenwart erben. Den eigenen Großvater zu lieben und zu respektieren bedeutet, die Geschichte der Vergangenheit zu erben und von der vergangenen Welt zu lernen. Die Kinder lernen von ihren Eltern viele wertvolle Weisheiten für das Leben in der Gegenwart, während diese durch ihre Liebe zu ihren Kindern die Zukunft vorbereiten."
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aus: "Ein Vermächtnis der Liebe hinterlassen"


"Die Antwort auf die Frage, wie wir unser Leben führen sollen, ist daher einfach. Wir wurden aus der Liebe geboren und so müssen wir auch auf dem Pfad der Liebe durch unser Leben gehen. Unser Leben wurde geschaffen, indem wir die grenzenlose Liebe unserer Eltern empfingen. Darum müssen wir diese Liebe unser ganzes Leben lang zurückzahlen. Das ist der einzige Wert, den wir im Laufe unseres Lebens selbst wählen können. Der Erfolg oder der Misserfolg unseres Lebens hängt davon ab, wie viel Liebe wir in diese 80 Jahre, die uns gegeben sind, hineinpacken.

Jeder wird irgendwann einmal seinen physischen Körper wie ein altes Gewand ablegen und sterben. Im Koreanischen wird das Wort "zurückkehren" als allgemeiner Ausdruck für Sterben verwendet. Zurückkehren heißt, dass wir dorthin zurückgehen, von wo wir gekommen sind. Das heißt, wir gehen zu unseren elementaren Wurzeln zurück. Im Universum bewegt sich alles in Zyklen. Der weiße Schnee, der sich in den Bergen sammelt, schmilzt und fließt die Abhänge hinunter, zuerst in Bächen, dann in Flüssen, die am Ende ins Meer münden. Dort absorbiert das Wasser die Wärme der Sonnenstrahlen und wandelt sich zu Wasserdampf, der in den Himmel aufsteigt und sich darauf vorbereitet, entweder zu Schneeflocken oder zu Regentropfen zu werden. Auf diese Weise zu unserem Ausgangsort zurückzukehren, nennen wir Tod. Wohin kehren wir Menschen zurück, wenn wir sterben? Körper und Herz kommen zusammen und schaffen menschliches Leben. Sterben ist der Akt, durch den wir den Körper ablegen. Wir kehren also dorthin zurück, von wo das Herz gekommen ist. Wir können nicht über das Leben reden, ohne auch über den Tod zu sprechen.

Wir müssen genau verstehen, was der Tod ist, auch wenn wir das nur deshalb tun, weil wir den Sinn des Lebens verstehen wollen. Welche Lebensweise einen echten Wert hat, kann nur ein Mensch verstehen, der in einer extremen Situation den Tod vor Augen hat und voller Verzweiflung zum Himmel fleht, noch einen Tag länger leben zu dürfen. Wenn unsere Tage dermaßen wertvoll sind, wie sollten wir sie dann leben? Was müssen wir erreichen, ehe wir die Schwelle des Todes überschreiten?"
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